UNO: Rettung für Flüchtlinge verbessern

Die „Santa Giorgina“ der Reederei Offen nahm vergangene Woche über 400 Flüchtlinge auf, Foto: Hasenpusch
Das Flüchtlingsproblem im Mittelmeer gerät immer mehr außer Kontrolle.
Die italienische Polizei hat 15 muslimische Migranten festgenommen, weil sie vor der Küste Siziliens zwölf Christen aus einem Flüchtlingsboot über Bord geworfen haben sollen. Die Tat sei zwar in internationalen Gewässern geschehen, aber laut Aussage des italienischen Justizministers Andrea Orlando konnten die Verdächtigen in Palermo festgenommen werden. Den Berichten zufolge sollen die Muslime aus religiösem Hass gehandelt haben. Sie stammen aus Mali, dem Senegal und der Elfenbeinküste. Einer von ihnen sei minderjährig. Ob die Opfer zu dem Zeitpunkt noch am Leben waren, war zunächst unklar. Dutzende weitere Migranten wurden von dem Boot gerettet. Sie identifizierten die mutmaßlichen Täter. Den Berichten zufolge konnten die Überlebenden sich nur retten, weil sie sich gemeinsam zur Wehr setzten.
Italien ächzt unter dem Ansturm verzweifelter Menschen, die sich auf die lebensgefährliche Überfahrt von Afrika über das Mittelmeer machen. Jüngst hatte ein Containerschiff der Hamburger Reederei Claus-Peter Offen zwischen Malta und Libyen 420 Flüchtlinge aus acht Nationen gerettet. Die 181 Meter lange „Santa Giorgina“ befand sich auf einer Routinefahrt zwischen der afrikanischen, italienischen und griechischen Küste, als sie von den italienischen Behörden aufgefordert wurde, die Flüchtlinge aufzunehmen. Ein Sprecher der Hamburger Reederei sagte, dass alle Flüchtlinge überlebt hätten. Sie befinden sich inzwischen in Süditalien. Europäische Reeder hatten kürzlich an die EU appelliert, zusätzliche Mittel für die Rettung von Flüchtlingen auf See aufzubringen (THB 13. April 2015). Das Problem war auch Thema am Rande des Treffens der Außenminister der G7-Staaten in Lübeck (THB 16. April 2015). Nachdem am Montag über 400 Flüchtlinge ertrunken waren, sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), es handele sich um die „Fortsetzung einer Tragödie, an die wir uns nicht gewöhnen dürfen“. Als Lösung forderte er eine Verbesserung der Lebensverhältnisse in der Heimat der Flüchtlinge. Angesichts von Armut und Gewalt in den Herkunftsländern – vor allem in Afrika südlich der Sahara – ist das aber nur eine langfristige Lösung. Die UNO machte einen einfacheren Vorschlag: die Seenotrettung verbessern. pk