Unternehmen im Norden optimistisch
Die Unternehmen in Hamburg und Schleswig-Holstein sind optimistisch und verzeichnen mehr Aufträge, wollen aber kaum neue Arbeitsplätze schaffen. Das geht aus der Frühjahrsumfrage der Vereinigung der Unternehmensverbände Nord (UV Nord) zur Konjunkturlage hervor, die am Freitag in Hamburg vorgestellt wurde.
Als Gründe für die gute Stimmung wurden stabile Konsumlaune, niedrige Rohstoff- und Energiepreise und der milde Winter genannt. Negativfaktoren seien die weiterhin schwache Nachfrage aus Südeuropa und die Ukrainekrise.
Mehr als ein Drittel (35 Prozent) der 250 ausgewählten Unternehmen mit zusammen 100.000 Beschäftigten hätten steigende Auftragseingänge im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal gehabt, sagte UV Nord-Präsident Uli Wachholtz. 39 Prozent rechnen mit einem steigenden Auftragseingang im 2. Quartal. Und 34 Prozent erwarten, dass das Wirtschaftsjahr 2015 besser verlaufen wird. Jeweils etwa die Hälfte der Unternehmen verzeichnete keine Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr.
Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt habe aber erheblich an Dynamik verloren, sagte Wachholtz. In den nächsten Monaten wollten die Unternehmen unterm Strich nur 61 sozialversicherungspflichtige neue Jobs schaffen, hieß es. Davon entfallen lediglich 6 auf Hamburg und 55 auf Schleswig-Holstein. Im Vergleichszeitraum 2014 hatte es noch ein Plus von insgesamt 512 Stellen gegeben.
UV gegen Mindestlohn und Frauenquote
Als "politischen Gegenwind" bezeichneten die Unternehmen unter anderem die abschlagsfreie Rente mit 63, den Mindestlohn, die Frauenquote und Entwürfe für ein Entgeltgleichheitsgesetz. Besonders Hotels und Gaststätten würden mit "lebensfremden Bürokratieregelungen" belastet. Wegen des Mindestlohnes gebe es kaum noch freiwillige Praktika.
Von dem massiven Ausbau der Containerkapazitäten im Hafen Rotterdam erwartet Wachholtz zunächst keine schnellen Auswirkungen auf dem Umschlag in Hamburg. Dazu müsse zuerst die Verkehrsanbindung des Hafens erweitert werden. "Dennoch wird Hamburg aufpassen müssen. Wir brauchen zwingend den Fahrrinnenausbau der Elbe." In Rotterdam sollte am Freitag ein Containerterminal mit einer Kapazität von fünf Millionen Containern eröffnet werden. lno