Weitere Marineschiffe im Einsatz

57.400 Migranten wurden von Januar bis Mitte Juni auf der zentralen Mittelmeerroute gerettet, Foto: Bundeswehr
Zur Seenotrettung im Mittelmeer sind in der italienischen Marineoperation „Mare Sicuro“ nach Kenntnis der Bundesregierung fünf italienische Schiffe im Einsatz. Darüber hinaus unterstützen ein Schiff der britischen Royal Navy und ein Schiff der irischen Marine die Operation, teilte die Bundesregierung jetzt auf eine Kleine Anfrage der Fraktion „Die Linke“ mit.
Seit dem 30. Juni 2015 läuft die europäische GSVP-Mission EUNAVFOR Med mit Unterstützung der beiden deutschen Marineschiffe „Schleswig-Holstein“ und „Werra“ (THB 5. Juni 2015). Die Mission befindet sich laut Regierung „im Aufwachsen“, die konkrete Anzahl der eingesetzten Schiffe sei noch nicht bekannt.
Für die von Frontex koordinierte Operation „Triton 2015“ sind 17 Schiffe im Einsatz, davon sechs Hochseeschiffe aus Norwegen, Belgien, Spanien, Schweden und Italien, sechs Küstenschiffe aus Italien, Großbritannien und Malta, außerdem fünf Küstenboote aus Italien und Malta. Für die Operation „Poseidon Sea 2015“ nennt die Regierung zwölf Schiffe, davon ein griechisches Hochseeschiff, zwei Küstenschiffe aus Griechenland und Italien, dazu neun Küstenboote aus Griechenland, Portugal, Malta und Lettland. Ein spanisches Hochseeschiff ist für die ebenfalls von Frontex koordinierte Operation „Indalo 2015“ im Einsatz. Die Anzahl der Schiffe variiert im Verlauf der Operationen, stellt die Regierung fest.
Auf der zentralen Mittelmeerroute nach Italien sind nach Kenntnis der Bundesregierung im vergangenen Jahr 170.000 Menschen aus Seenot gerettet worden. Im laufenden Jahr seien es bis Mitte Juni 57.400 Migranten in 416 Einsatzfällen gewesen. Auf der östlichen Mittelmeerroute wurden in diesem Jahr vom 1. Januar bis zum 21. Juni 18.100 Menschen gerettet. Auf der westlichen Mittelmeerroute waren es vom 1. Juni bis zum 3. Juli insgesamt 255 Menschen in 17 Rettungsfällen.
Zur Frage, ob sich auch die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger beteiligen könne, teilt die Regierung mit, dass dies nicht möglich sei, weil die DGzRS keine staatliche Organisation, sondern ein gemeinnütziger Verein sei. Nach dessen Satzung sei eine Beteiligung an Such- und Rettungsmaßnahmen im Mittelmeer nicht möglich. fab
