„Zukunftsdialog Marineschiffbau“ muss jetzt her

Deutschland benötigt schnell einen strukturierten und durch Spitzenvertreter der amtierenden Bundesregierung organisierten und moderierten „Zukunftsdialog Marineschiffbau“.

Das fordern der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) sowie die Gewerkschaft IG Metall Küste, beide in Hamburg beheimatet, in einem gemeinsamen Schreiben an Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (beide CDU).

Mit diesem Schreiben stärken die beiden Interessen-Einrichtungern den wenige Tage zuvor durch Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Daniel Günther (CDU) an die Adresse von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf den Weg gebrachten Brandbrief. Der Kieler Regierungschef hatte den Wert seines Schreibens unter anderem dadurch weiter gestärkt, indem er sich zuvor des Rückhalts der Ministerpräsidenten aus Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen (NRW) und Bayern sowie des Ersten Bürgermeisters aus dem Stadtstaat Hamburg versichert hatte und sie damit als Allianzpartner mit ins Boot geholt hatte.

Kernbotschaft von Daniel: Der deutsche Marine-Überwasserschiffbau muss zu einer nationalen Schlüsseltechnologie erhoben werden. Damit würden europaweite Ausschreibungen künftig entfallen.

Für Daniel Friedrich, Bezirksleiter IG Metall Küste, ist genau diese inhaltliche Verankerung ganz entscheidend für die erfolgreiche, langfristige Sicherung der damit verbundenen Hightech-Kompetenz und Arbeitsplätze in Deutschland. Immerhin: Im Schiffbau sowie der damit verbundenen Zuliefererindustrie geht es um 15.000 hoch qualifizierte Arbeitsplätze. Friedrich weiter: „Die Industrie benötigt klare und verlässliche Aussagen.“

Für Dr. Reinhard Lüken, VSM-Hauptgeschäftsführer, ist es zwar im Grundsatz richtig, dass die Bundesregierung sich für eine gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik in der EU einsetzt und diese auch stärken will. Aber: „Effizienzsteigerungen durch eine Konsolidierung der in Europa genutzten Waffensysteme und deren Anbieter lassen sich aber nur unter fairen Wettbewerbsbedingungen im Binnenmarkt erreichen. Wer Europas Fähigkeiten zur Landes- und Bündnisverteidigung sowie seine Möglichkeiten, zur internationalen Sicherheitsarchitektur beizutragen, stärken will, darf die effizientesten und produktivsten Akteure der Marineschiffbauindustrie politisch nicht alleine lassen“, betont Lüken.

Für VSM und IG Metall ist es höchste Zeit, den zuletzt auf der 11. Nationalen Maritimen Konferenz (NMK) in Friedrichshafen geforderten „Schulterschluss von Industrie und öffentlichen Auftraggebern für Sicherheit, Wertschöpfung und Beschäftigung zu erreichen“. EHA

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