Zwischenbericht zur „Akacia“-Havarie

Die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) hat jetzt einen Zwischenbericht zur Untersuchung der Havarie des Containerschiffs „Akacia“ im Nord-Ostsee-Kanal veröffentlicht. Genau ein Jahr nach dem Unfall geht die BSU darin auf den Sachverhalt ein.

Der 868-TEU-Feeder wollte am 19. Februar 2018 gegen 23:45 Uhr in die Neue Südschleuse in Kiel-Holtenau einlaufen. „Das Schiff stand dabei unter Lotsenberatung und wurde durch einen Kanalsteurer gesteuert“, führt die BSU aus. Während des Anlaufens der Schleusenkammer habe der Frachter „plötzlich ungewollt und ohne Einwirkung der Brückenbesatzung“ beschleunigt. Dieses Beschleunigen konnte durch die Besatzung nicht gestoppt werden. Auch das Werfen beider Anker verhinderte nicht die Anfahrung des seeseitigen Schleusentors durch das Schiff. Durch den Aufprall wurde das Schleusentor schwer beschädigt. Das Schiff erlitt einen Wassereinbruch. Es wurde keine Person verletzt.

„Der weitere Verlauf der Untersuchung war und ist von der Auswertung der Feststellungen zu den technischen Gegebenheiten abhängig“, so die BSU. Diese Auswertung sei bislang noch nicht abgeschlossen. Die Öffentlichkeit werde mit der Herausgabe dieses Untersuchungszwischenberichtes über den Stand der Untersuchung informiert. Die BSU soll die Abschlussberichte eigentlich innerhalb von zwölf Monaten veröffentlichen.

Zum sehr schwerer Seeunfall des Fischereifahrzeugs „Pesorsa Cuatro“ im Mai 2016 liegt der Abschlussbericht jetzt vor. Ein Crewmitglied war damals über Bord gegangen und kam ums Leben. Der Betreiber des Schiffs wurde aufgefordert, eine bestehende Tragepflicht von Arbeitssicherheitswesten gegenüber allen Beschäftigten durchzusetzen und innerhalb der notwendigen Risikoanalysen die Arbeitsabläufe während des Fangs und dessen Verarbeitung stärker zu berücksichtigen. fab

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