Asiens Werften suchen neue Herausforderungen

Südkoreanische und chinesische Werften leiden derzeit unter einem enormen Nachfrageeinbruch. In beiden Fällen greifen die Staaten den Unternehmen unter die Arme.

Der Ordereinbruch trifft die südkoreanischen Werften, die für etwa ein Jahrzehnt die Schiffbauindustrie mit Massenprodukten dominiert haben, massiv. Allein die durch den Schiffbauboom und die anschließende Schifffahrtskrise zusammengekommen Schiffskredite, die derzeit nicht mehr bedient werden können, liegen mit umgerechnet rund 66 Milliarden Euro wertmäßig bei etwa einem Viertel des südkoreanischen Staatshaushalts. Da Südkorea an den meisten Werften und finanzierenden Banken Beteiligungen hält, soll diese „Bilanzmine“ mit der Notenpresse entschärft werden. Die Regierung in Südkorea nimmt dabei eine hohe Inflation in Kauf: Sie lag jüngst schon bei über zwei Prozent und dürfte Ökonomen zufolge für das laufende Jahr auf über drei Prozent anwachsen.

Die chinesische Schiffbauindustrie traf es noch härter: Sie verzeichnete das zweite Jahr in Folge einen Auftragsrückgang für Neubauten um mehr als drei Viertel – gemessen am gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Zahl der Werften ist in China mittlerweile rückläufig; es sind aber immer noch mehr als 1300 Betriebe. Auch die chinesischen Werften arbeiten mit Verlust, werden aber – wie die koreanischen – staatlich gestützt. Der Marktanteil Chinas sank von über 30 auf 24 Prozent. Hilfe soll nun die Schließung weiterer Schiffbaubetriebe, der Verkauf an ausländische Inves toren und die Konzentration auf den lukrativen Kreuzschifffahrtbau sowie die Offshore-Komponenten-Fertigung bringen. pk

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