Damen baut ersten Cruiser

Die Luxusyacht entsteht bei Damen Shipyards Mangalia und soll im September 2021 abgeliefert werden, Rendering: Damen Shipyards
Die Damen Shipyards hat den Einstieg ins Kreuzfahrtgeschäft vollzogen. Mit der norwegischen Gesellschaft Seadream Yacht Club Oslo wurde der Vertrag für eine 155 Meter lange Luxusyacht unterzeichnet, teilte die niederländische Werftengruppe jetzt mit. Die Zusammenarbeit sei langfristig ausgerichtet. Hinter dieser Marke stehe ebenso wie bei Damen ein Familienunternehmen. Die Luxusyacht wird für den weltweiten Einsatz in polaren und tropischen Gebieten vorbereitet und bekommt die Eisklasse Polar Code 6.
Seit rund 90 Jahren ist Damen im Schiffbau aktiv, etwa beim Bau von Abenteuer- und Mega-Yachten, Offshore- und Marine-Einheiten und von RoPax-Schiffen. Im vergangenen Jahr startete die Werftengruppe dann ihr neues Unternehmen Damen Cruise. Ziel dieser Gesellschaft ist es, ein langfristiger Partner der Kreuzfahrtindustrie zu werden, der Dienstleistungen über den gesamten Lebenszyklus eines Schiffs offeriert. „Das beginnt bei Bedarf mit der Bereitstellung von Finanzierungslösungen von AAA-Instituten und geht über den Bau und die Ausstattung hinaus“, stellt Damen fest. Nach der Lieferung könne das Unternehmen mit Wartungs-, Reparatur- und Upgrade-Services auf seinen weltweiten Reparaturwerften unterstützen.
Im vergangenen Jahr begann Damen auch mit der operativen Kontrolle der Werft in Rumänien, die heute Damen Shipyards Mangalia heißt. Dabei handelt es sich um ein Joint Venture mit der rumänischen Regierung. Die am Schwarzen Meer gelegene Werft ist die größte im Damen-Portfolio und versetzt die Gruppe in die Lage, größere und komplexere Schiffe zu bauen. Bei Damen Shipyards Mangalia entsteht somit auch die Luxusyacht für Seadream. Der Baustart ist für Oktober dieses Jahres vorgesehen. Der Liefertermin ist für September 2021 vereinbart.
Kreuzfahrtschiffe fallen unter den Spezialschiffbau. In diesem Markt dominieren bislang europäische Werften, darunter der italienische Schiffbaukonzern Fincantieri und die beiden deutschen Teilnehmer Meyer Werft und MV Werften. Allerdings hat China sich auf die Agenda gesetzt, sich künftig verstärkt im Kreuzfahrtschiffbau zu engagieren. Der Bau neuer Einheiten ist in diesem Segment aufwendiger, aber auch wesentlich lukrativer. Fincantieri hatte mit der China State Shipbuilding Corporation (CSSC) 2018 eine Absichtserklärung unterzeichnet, um die Kooperation über den Kreuzfahrtsektor hinaus zu vertiefen (thb.info 29. August 2018). fab
