„Die Werften nicht allein lassen“

Deutschlands Werften und Zulieferer nicht im Stich lassen: Das fordert der FDP-Bundestagsabgeordnete und maritime Experte Hagen Reinhold, Foto: MdB Reinhold
Wenn nicht jetzt, wann dann? Für den aus Rostock stammenden FDP-Bundestagsabgeordneten und Beauftragten für die maritime Wirtschaft seiner Fraktion, Hagen Reinhold, müssen jetzt sowohl der Bund als auch die Länder zügig bereits seit Langem geplante Schiffbauprojekte der öffentlichen Hand vorziehen.
In einem von ihm ausformulierten und jetzt in die FDP-Fraktion eingebrachten Antrag, spricht sich Reinhold dafür aus, so den zahlreich durch die Corona-Pandemie in Not geratenen deutschen Werften und Schiffbauzulieferern wirksam unter die Arme zu greifen. Diese äußerst innovative Branche mit ihren bundesweit mehr als 200.000 Beschäftigten dürfe in dieser Krise „nicht allein“ gelassen werden, warnt der Politiker.
Er verweist in dem Kontext weiter auf die mehr als „800 zivilen Schiffe und Wasserfahrzeuge“, die sich schon heute im Eigentum des Bundes befinden. Zu diesen kämen weitere 170 Schiffe und Boote des Bundesverteidigungsministeriums hinzu. Reinhold weiter: „Viele Ersatz- und Neubauten, die ohnehin in den kommenden Jahren gebraucht werden, könnten nun unter anderem für den wirtschaftlichen Fortbestand der von der Corona-Pandemie betroffenen Schiffbauindustrie in Deutschland sorgen.“
Er warnt in der Begründung zu seinem Antrag ausdrücklich davor, jene Fähigkeiten zu verlieren, die benötigt werden, um „komplexe Systeme in großen Einheiten wie Schiffen zu integrieren“. Gingen diese Kompetenzen verloren, weil etwa die Firmen als Folge der Krise die Segel streichen müssten, dann fehlten auch Systemkompetenzen in einer Schlüsselindustrie, „die uns den Wohlstand in der Zukunft sichert“. Zu den Projekten mit Top-Priorität beim Ersatz zählte Reinhold etwa die Forschungsschiffe „Polarstern“ oder „Meteor“, aber auch Marineschiffe wie die beiden über 40 Jahre alten Flottentanker „Rhön“ und auch „Spessart“. Für die genannten Projekte sei nun der richtige Zeitpunkt gekommen, „endlich Fakten zu schaffen und die Projekte auch umzusetzen“. EHA
