Ex-Nordseewerker ohne Job

Nach sechs Monaten ist die Transfergesellschaft für ehemalige Beschäftigte der Emder Nordseewerke endgültig aufgelöst.

Die noch verbliebenen rund 60 Mitarbeiter sind damit arbeitslos. Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) bestätigte jetzt das Auslaufen der Gesellschaft, zeigte sich aber zuversichtlich, dass auch die vom Ende der Transfergesellschaft Betroffenen wieder in Arbeit kommen.

Gemeinsam mit der neu gegründeten „Nordseewerke Emden Shipyard“ bemühe sich das Wirtschaftsministerium intensiv um diverse Aufträge. Leider sei es nicht gelungen, die verbliebenen Beschäftigten vor dem Auslaufen der Transfergesellschaft in Arbeit zu bringen. „Aber wir bemühen uns weiter, Aufträge an den Standort zu holen und nach und nach die Mitarbeiter wieder ein zustellen“, so Lies.

Zu den Aufträgen gehörten zum einen der Bau von Unterkünften für Flüchtlinge. Zum anderen handle es sich um Aufträge, die wieder in Richtung Schiffbau gingen. Der NDR berichtete, die Geschäftsführung der neuen Nordseewerke Emden Ship yard verhandle über den Bau von Schiffsteilen. Betriebsrat Heinz-Günter Schäfer sagte, dass die Transfergesellschaft zwar erfolgreich gewesen sei, aber eben nicht für alle. Unter den 62 Mitarbeitern der ehemaligen Nordseewerke, die nun gehen müssen, seien viele ältere. „Hier in der Region einen neuen Job zu finden, ist in der Branche nicht einfach“, so Schäfer. In die Transfergesellschaft waren damals rund 170 Mitarbeiter gewechselt, die jetzt auch zum Teil bei der Meyer Werft in Papenburg tätig sind.

Die CDU-Fraktion im niedersächsischen Landtag sprach von einem „unrühmlichen Ende für die Emder Nordseewerke“ und warf Lies vor, die Transfergesellschaft „klammheimlich“ zu beerdigen. Der Minister habe noch im vorigen September Hoffnungen auf eine baldige Anschlussbeschäftigung für die Nordseewerker geäußert. Damit habe er die Beschäftigten und ihre Angehörigen offenbar in falscher Sicherheit gewogen, kritisierte Fraktionsvize Dirk Toepffer.

Die ehemalige Traditionswerft Nordseewerke im ostfriesischen Emden hatte im Frühjahr 2015 einen Insolvenzantrag beim Insolvenz gericht in Aurich gestellt (THB 1. Juni 2015). Grund war laut Geschäftsführung die damals drohende Zahlungsunfähigkeit des Offshore-Zulieferers. Von den zu diesem Zeitpunkt 188 Mitarbeitern befanden sich bereits 80 Prozent in Kurzarbeit. Für eine Zwischenlösung war das Insolvenzverfahren bis Ende August verlängert worden.

Die 1903 gegründete Werft war 2010 von SIAG Stahl übernommen worden. In Spitzenzeiten hatte die Werft 5000 Beschäftigte. Nach der Insolvenz der Muttergesellschaft stieg 2013 die DSD Steel Group aus dem Saarland in Emden ein. Das letzte Schiff war dort Ende 2009 vom Stapel gelaufen. Danach stellten die Nordseewerke ihre Produktion auf Gründungselemente für den Bau von Offshore-Windkraftanlagen um. Die politischen Rahmenbedingungen hatten dann jedoch für Unsicherheiten über die Förderung der Offshore-Windenergie nach 2020 gesorgt. Projektierer und Betreiber reagierten abwartend angesichts der mehrjährigen Planungs- und Genehmigungsvorläufe für Windparks auf See. Das wiederum hatte zur Folge, dass sich viele Auftragsvergaben verzögerten. lni/fab

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