Fährneubau mit Voith-Antrieb

Im täglichen Einsatz bewährt: Voith-Schneider-Propeller bei den Fähren von Norden-Frisia, hier die „Frisia III“, Foto: Voith
Die Reederei Norden-Frisia setzt auf bewährte Technik.
So wird die neue, derzeit auf den Anlagen der Hamburger Werft Pella Sietas entstehende RoPax-Fähre für den Wattenmeerbereich ebenfalls mit Voith-Schneider-Propeller-Technik (VSP) ausgerüstet, teilte das im baden-württembergischen Heidenheim ansässige Industrieunternehmen jetzt mit. Damit rüstet die Firma alle drei Fährschiffneubauten von Norden-Frisia aus.
Wie bei den beiden Schwesterschiffen „Frisia III“ und „Frisia IV“ wird der im April dieses Jahres vertraglich besiegelte Neubau mit vier Propellern vom Typ VSP16R5 EC/100-1 ausgestattet. „Gerade bei Fahrten im Wattenmeer mit seinem flachen Fahrwasser ist der VSP eine ideale Lösung. Denn seine bewährte Technologie kombiniert einen effizienten Antrieb mit einer exzellenten Manövrierbarkeit“, betont der Antriebsspezialist.
Trotz eines Tiefgangs von gerade einmal 1,75 Metern befänden sich nämlich oftmals nur wenige Zentimeter Wasser zwischen dem Schiffskiel und dem Wattboden.
Während der Fahrt wirbelt das Schiff ständig Sand auf. Damit solche Sedimente die Propeller der Fähre nicht beschädigen, erhalten sie spezielle und bewährte
Flügeldichtungen.
Anders als bei den annähernd baugleichen Schwesterschiffen stattet Norden-Frisia den bis 2020 abzuliefernden Neubau mit einem Hybridantrieb aus. Das heißt in diesem Fall: Durch den Einsatz von Batterien kann ein kompletter Dieselgenerator ersetzt werden. Belastungsspitzen können vom sogenannten Power Management System somit effizient mithilfe der Batterien aufgefangen werden.
Neben den VSPs rüstet Voith auch den Antriebsstrang der Fähre mit sogenannten Bogenzahnkupplungen aus. Sie stellen nach Herstellerangaben „eine wartungs- und geräuscharme Verbindung zwischen Antriebsmotor und VSP her“. Dies ermögliche eine kompaktere Bauweise des Antriebsstrangs.
Zum ersten Mal sei es auch durch eine spezielle Ausführung des Propellerbrunnens möglich, die VSP nach unten auszubauen. Damit werde ein aufwendiger Ausbau nach oben über das Salondeck vermieden. „Dies wird durch einen speziell von Voith entwickelten Ringeinsatz realisiert“, präzisiert das Unternehmen. Auf diese Weise konnte „ein wichtiger Wunsch des Kunden erfüllt werden“.
Die neue 74,3 Meter lange und 13,4 Meter breite Doppelendfähre wird praktisch identische Abmessungen wie der jüngste Neubau für Norden-Frisia aufweisen, nämlich die bereits 2015 in Dienst gestellte „Frisia III“.
Der 1867 gegründete Technologiekonzern Voith zählt heute weltweit über 19.000 Mitarbeiter, ist in 60 Ländern mit Niederlassungen vertreten und erwirtschaftet einen Konzernumsatz von rund 4,2 Milliarden Euro. eha
