Fitnesskur vor Arktis-Winter

Nach einem halben Jahr auf der Südhalbkugel wird das Forschungsschiff „Polarstern“ nach Angaben des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) am morgigen Samstag in seinen Heimathafen Bremerhaven zurückkehren. Dort wird es dann bei der Lloyd Werft eingedockt und darauf vorbereitet, ab September die bislang größte Arktis-Forschungs expedition durchzuführen.

Bei der Lloyd Werft ist die „Polarstern“ bestens bekannt. „Kein anderes Schiff wurde häufiger bei uns gedockt und gewartet“, sagte Geschäftsführer Rüdiger Pallentin. Es ist das 70. Mal.

Bis zum 10. August bleibt die 118 Meter lange, 25 Meter breite und 11,5 Meter tiefgehende „Polarstern“ bei der Werft, wobei das Schiff in der Zeit vom 4. Juli bis zum 2. August für Arbeiten am Unterwasserschiff auf den Pallungen des Kaiserdocks II trockengestellt wird.

Das Werftprogramm ist umfangreich: Unter anderem erfolgen die Demontage und die Überholung der Flossen-Stabilisatoren, notwendige Wartungsarbeiten am Propeller, Ruder, der Stevenrohrabdichtung und dem Bugstrahler sowie ein neuer Farbanstrich für die Aufbauten. Zudem stehen Stahlarbeiten im Bereich des Schornsteinzwischendecks, der Aufbau des Bug-Krans, die Installation einer neuen Tankheizung sowie die Errichtung einer neuen Lagerplattform für Ersatzteile im Heli-Hangar auf dem Plan. Im Innenbereich des Forschungsschiffes werden zudem 20 Bäder in den Kabinen erneuert.

Dann bleiben noch verschiedene Schutzmaßnahmen in Vorbereitung auf die anstehende Forschungsreise im Rahmen des Mosaic-Projekts (Multidisciplinary drifting Observatory for the Study of Arctic Climate). Bei dieser einzigartigen Expedition wird die „Polarstern“ vom norwegischen Tromsø in die Arktis aufbrechen und ein Jahr lang fest eingefroren im arktischen Eis durch das Nordpolarmeer driften. Versorgt von weiteren Eisbrechern und Flugzeugen werden nach AWI-Angaben insgesamt 600 Menschen aus 17 Ländern an der Expedition teilnehmen. Ein Vielfaches an Wissenschaftlern werde mit den Daten arbeiten, um die Klima- und Ökosystemforschung auf ein neues Niveau zu heben. Erst im Oktober 2020 wird die „Polarstern“ dann wieder in Bremerhaven zurückerwartet. ger

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