Hunderte Jobs auf Werften bedroht

Den Emder Nordseewerken droht massiver Stellenabbau, Foto: Lang
Auf den deutschen Werften ist die Zahl der Beschäftigten in den vergangenen zwölf Monaten um 2,8 Prozent auf 15.600 gestiegen.
Doch einige Betriebe wie Nordic Yards in Wismar, Rostock-Warnemünde und Stralsund, die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft oder Nobiskrug in Rendsburg benötigen dringend neue Aufträge, sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste, am Montag bei der Präsentation einer Umfrage. Für die nächsten Monate erwarten die Betriebsräte aus 40 Werften, die für die Umfrage von der IG Metall Küste und der Agentur für Struktur- und Personalentwicklung befragt wurden, den Wegfall von mehreren hundert Arbeitsplätzen.
„Die Auslastung reicht teilweise nur noch für einige Monate aus“, so Geiken. Bei den Auftragseingängen dominieren laut der Befragung Kreuzfahrtschiffe, Yachten und Fähren. Erstmals seit fünf Jahren gab es keinen neuen Auftrag aus dem Offshore-Bereich. Geiken sieht darin „ein erschreckendes Signal“. Die IG Metall Küste fordert Planungs- und Investitionssicherheit für den weiteren Ausbau der Offshore-Windenergie: „Durch die geplanten Ausschreibungen und damit verbundenen Verzögerungen droht die Auftragskette wieder abzureißen“, so Geiken. „Nur wenn die politischen Rahmenbedingungen stimmen und der weitere Ausbau nicht durch neue Vorgaben behindert wird, lassen sich erneute Massenentlassungen und Insolvenzen vermeiden.“
Auf Kritik der Gewerkschaft stößt der weiterhin hohe Anteil von Leiharbeit und Werkverträgen auf den Werften. Nach der Befragung zählen nur noch etwas mehr als 60 Prozent der Beschäftigten zur Stammbelegschaft.
Von der Politik erwartet die IG Metall Küste mehr Engagement für Forschung und Entwicklung: „Unsere gemeinsam mit dem Verband für Schiffbau und Meerestechnik vorgelegten Vorschläge für eine Innovations offensive finden bisher zu wenig Unterstützung von der Bundesregierung“, sagte Geiken. Auf der Maritimen Konferenz im Oktober in Bremerhaven erwarte er dazu konkrete Aussagen. fab