„Invincible“ für TKMS erst der Anfang

Frisch getauft: das 70 Meter lange U-Boot „Invincible“ für Singapur, Foto: Behling
Das am Montag in Kiel getaufte U-Boot „Invincible“ für Singapurs Marine ist für die Werft Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) erst der Anfang.
Der Kundenkreis soll wachsen – und mit Singapur hat das Unternehmen einen wichtigen Referenzkunden in Asien gewonnen. „Ich glaube schon dass wir im südostasiatischen Raum gute Chancen haben. Ein U-Boot ist da ein ganz anderes Asset als eine Fregatte“, sagte Werftvorstand Rolf Wirtz.
Im Rahmen der Taufe unterzeichnete TKMS zudem eine Absichtserklärung für neue Fertigungstechnologien mit Singapurs Rüstungsbehörde, der Defence Science and Technology Agency (DTSA). Dabei soll gemeinsam ein Verfahren entwickelt werden, das die Fertigung von U-Boot-Teilen mit Hilfe von 3-D-Druckern ermöglicht. Die DTSA habe beim Additive Manufacturing, wie solche Herstellungsverfahren auch genannt werden, großes Interesse an der Zusammenarbeit mit Kiel.
Beide Partner würden werden beim Design, bei der Fertigung und bei der Herstellung von Ersatzteilen eng miteinander kooperieren. „Mit der Absichtserklärung können wir in Kiel mit Additive Manufacturing hergestellte Teile unter realen Bedingungen testen. Das ist ein großer Vorteil für uns“, betonte Wirtz. Die Teile aus dem 3-D-Drucker sollen bei den neuen U-Booten in Singapur getestet werden.
Konkret soll es zunächst um Bauteile gehen, die nicht direkt zum Druckkörper stehen. Es gebe aber Komponenten im Boot, für die die Fertigung mit 3-D-Drucktechnologie gute Perspektiven biete. Konkrete Details nannte die Werft mit Blick auf die Verschwiegenheitsklausel im Vertrag nicht.
Die Marine Singapurs setzt inzwischen voll auf die U-Boote aus Kiel. Vier Einheiten wurden bestellt und ein Kooperationsabkommen bei Ausbildung und Wartung derselben geschlossen. Die 70 Meter lange und 2400 Tonnen verdrängende „Invincible“ ist der erste Neubau. Es folgen „Impeccable“, „Illustrious“ und „Inimitable“. „Der Trend geht zu größeren U-Booten“, erklärte Wirtz weiter. Inzwischen seien auch Boote mit einer Verdrängung von 2800 und mehr als 3000 Tonnen in der Projektabteilung in Planung. FB/ger