Leitmesse mit Leitmotiv

Die Digitalisierung der Schifffahrt ist das Leitmotiv der Leitmesse und Schwerpunktthema auf der diesjährigen SMM in Hamburg.

Die umfassende Vernetzung und intelligente Nutzung von Daten zur Effizienzsteigerung (Smart Shipping) bestimmt ab heute bis zum 9. September das Geschehen in den Ausstellungshallen und die Diskussionen der Experten. „Digitalisierung ist ein Schlüsselfaktor für die Zukunftsfähigkeit der Branche“, sagte am Montag Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hamburg Messe und Congress GmbH.

Mit dem „Maritime Future Summit“ fand gestern zur SMM 2016 erstmals eine eigene Konferenz zum Thema Digitalisierung und Smart Shipping statt. Am Vortag der SMM-Eröffnung diskutieren Software-Experten und Manager führender Hersteller von Antriebstechnologien über die Auswirkung von „Smart Shipping“ und „Big Data“ auf die Schifffahrt von morgen.

Digitalisierung ist auch Schwerpunkt in den drei weiteren Konferenzen der SMM. Beim „gmec – global maritime environmental congress“ (6. September) dreht sich alles um Green Shipping und Effizenz. Das Thema maritime Verteidigung & Sicherheit steht bei der „MS&D – international conference on maritime security and defence“ (7. September) im Mittelpunkt. Beim „Offshore Dia logue“ (8. September) diskutieren namhafte Experten die Relevanz des „Human Factor“ mit den Schwerpunkten Sicherheit, Gesundheit und Umwelt. Der „Maritime Career Market“ (9. September), die ideale Plattform zur Vermittlung von Jobs sowie zur Präsentation von Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten in der maritimen Branche, rundet als eigenständige Veranstaltung das Angebot ab. Zudem können sich die SMM-Besucher mithilfe der „Digital Route“ zu Digitalisierungsangeboten der Aussteller leiten lassen.

Mehr internationale Aussteller

Mehr als 2200 Aussteller aus 66 Ländern, 93.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche, rund 50.000 erwartete Fachbesucher – die SMM hält trotz Schiffbaukrise Kurs. „Besonders freuen wir uns, dass wir den Anteil der ausländischen Aussteller noch einmal steigern konnten“, so Aufderheide. Mehr als zwei Drittel der ausstellenden Unternehmen haben ihren Sitz im Ausland. Zahlreiche Länder bündeln in Nationenpavillons ihr maritimes Know-how – in diesem Jahr nutzen etwa der Iran, Malaysia, Indien und Griechenland erstmals diese Möglichkeit.

Mit der neuen Halle A5, die alternative und umweltfreundliche Antriebstechnik bündelt, wurde zur SMM 2016 eine zusätzliche Fläche von 3500 Quadratmetern geschaffen. „Mit der neuen Ausstellungsfläche setzt die SMM in diesem Jahr einen zusätzlichen Akzent“, so Aufderheide. Die Halle A5 ist seit Wochen ausgebucht. Uwe Beckmeyer, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie und Maritimer Koordinator der Bundesregierung, würdigte bei der Auftaktpressekonferenz zur SMM die Bedeutung des Segments für den Standort Deutschland: „Die Unternehmen der deutschen Schiffbau- und Zulieferindustrie genießen weltweit einen exzellenten Ruf. Sie stehen für Innovationskraft und Ingenieurskunst. Wir unterstützen die Branche, diese Stärken zu erhalten und auszubauen.“

Der Bund fördert die maritime Wirtschaft mit gezielten Forschungs- und Entwicklungsprogrammen für maritime Technologien und Innovationen im Schiffbau; gerade auch in den Bereichen energieeffiziente Motoren und alternative Antriebstechnologien. Dafür stehen in 2016 rund 57 Millionen Euro zur Verfügung.

Ideen gefragt

Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind neue Ideen gefragt, bekräftigte Thomas Rehder, Inhaber der Reederei Carsten Rehder: „Wer mit seiner Flotte wettbewerbsfähig bleiben will, muss an allen Effizienzschrauben drehen“, betonte das Präsidiumsmitglied des Verbandes Deutscher Reeder (VDR). Eine stärkere Nutzung und Vernetzung von Daten zähle dazu ebenso wie alle Maßnahmen, die den Verbrauch von Schiffen und die damit verbundenen Emissionen reduzieren. „Auf der SMM erhalten die Kunden einen Überblick über die technologische Entwicklung und können auch ganz praktisch die Leistungen verschiedener Anbieter vergleichen“, so Rehder.

"Der direkte Kontakt zwischen Herstellern beziehungsweise Dienstleistern und Kunden erlaubt es, für spezifische Bedürfnisse maßgeschneiderte Lösungen zu finden“, ergänzte Dr.-Ing. Alexander Nürnberg, Vorstandsvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Marine Equipment and Systems im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA). „Offshore-Industrie und maritime Wirtschaft sollten nicht tatenlos auf den Aufschwung warten. Durch gemeinsames Handeln lassen sich bereits jetzt vielfältige Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation nutzen“, so Nürnberg, der auch die Entwicklungsabteilung des Schiffbauzulieferers MacGregor leitet. Die SMM könne hier entscheidende Impulse geben.

Die besondere Systemkompetenz der deutschen Industrie hob Dr. Reinhard Lüken, Hauptgeschäftsführer des Verbandes für Schiffbau und Meerestechnik (VSM), hervor. „Deutschland verfügt sowohl über viele hundert hochspezialisierte maritime Unternehmen von Weltrang als auch über erstklassige Fähigkeiten zur komplexen Systemintegration. Mit der digitalen Revolution werden diese Erfolgsgrundlagen noch wichtiger. Deshalb genießen im VSM die maritime Innovationsoffensive sowie exzellente Ausbildung höchste Priorität“, erklärte Lüken.

Weniger Bestellungen

Allerdings ist die Zahl der weltweiten Bestellungen neuer Schiffe in den vergangenen sieben Monaten auf 238 Einheiten gesunken. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es noch 289 Neubau-Aufträge, berichtete Lüken und stellte fest: „Die Weltmarktlage ist desolat. Aber Not macht erfinderisch.“ Darum sei die SMM mehr denn je Inspiration und Chance für die maritime Wirtschaft.

Weitere Informationen zur SMM und Konferenzprogramm unter: <link http: www.smm-hamburg.com>www.smm-hamburg.com , <link http: www.smm-hamburg.com programm>www.smm-hamburg.com/programm FBi

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