Luxusyacht „Aviva“ weicht nach Emden aus

Meilenstein: Mit 98 Metern Länge ist die „Aviva“ die größte Yacht der Lemwerder Werft, Foto: Eckardt
Die 98 Meter lange Privatyacht „Aviva“ von Abeking & Rasmussen (A&R) wird in den nächsten Tagen in Emden erwartet.
Schon seit mehreren Wochen liegt die im vergangenen Mai abgelieferte Luxusyacht an der Ausrüstungspier bei A&R in Lemwerder. Doch an dem Stammsitz an der Unterweser steht kein Schwimmdock für Wartungs-Reparaturarbeiten zur Verfügung. Daher soll die „Aviva“ nun für nicht näher genannte Arbeiten zur Emder Werft und Dock GmbH verholen.
Eigner der Yacht ist der 80-jährige, britische Milliardär Joe Lews, der nach Angaben des US-amerikanischen „Forbes Magazine“ zu den reichsten Briten gehört und schon vor zehn Jahren eine Yacht von A&R mit dem gleichen Namen besaß. Über den vergangenen Sommer wurde das Schiff vor allem im Mittelmeerraum gesichtet.
Bei der aktuellen „Aviva“ handelt es sich um eine Weiterentwicklung der im Jahr 2007 in Fahrt gekommenen Vorgängerin. Dabei ist sie rund 30 Meter länger. Ein optimiertes Rumpfdesign soll für verbesserte Seegangseigenschaften mit einem um 20 Prozent reduzierten Widerstand im Vergleich zu ähnlich großen Yachten sorgen. Dadurch reduziere sich die erforderliche Motorenleistung und würde somit den Treibstoffverbrauch senken. Die maximale Geschwindigkeit beträgt 20 Knoten, wobei das Antriebskonzept auf einem Hybridsystem basiert. Bei Einsatz des elektrischen Antriebs werde eine Höchstgeschwindigkeit von 11 Knoten erreicht.
Auch für A&R stellt die „Aviva“ einen Meilenstein dar: Sie ist das größte Schiff der Werftgeschichte. Zuvor hatte das Schiffbauunternehmen in Lemwerder mit rund 400 Mitarbeitern maximal 82 Meter lange Yachten gefertigt.
Der Stahlrumpf war im Frühjahr 2015 im überdachten Baudock der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) entstanden und wurde anschließend im Anhang des Schleppers „Ems Pull“ an die Unterweser überführt. Bei Stahlbau-Nord in Bremerhaven wurden zunächst zwei vorgefertigte Aluminium-Deckssektionen auf den Schiffsrumpf gesetzt, ehe der Neubau mit der Nummer 6501 schließlich zur Fertigstellung in die A&R-Schiffbauhalle (Halle F) kam. Im Januar 2017 verließ die Yacht mithilfe eines Spezialschubwagens auf 60 Rädern über ein Schienensystem die Produktionshalle. Im Hafenbecken vor der Halle wurde die norwegische Schwerlastbarge „Boabarge 36“ positioniert, auf die der Neubau dann verschoben wurde. Das Absenken der Barge erfolgte an einer vertieften Stelle im Neustädter Hafen in Bremen durch Fluten der Ballasttanks.
Aktuell wird bei A&R an dem Projekt mit der Baunummer 6502 gearbeitet. Dahinter verbirgt sich eine 74,5 Meter lange Yacht, die vom britischen Bürü Eidsgaard Design entworfen wurde. Sie soll Platz für bis zu 14 Gäste bieten und im kommenden Sommer abgeliefert werden. CE/ger