Mega-Werft für russische Arktisflotte

Im russischen Bolschoi Kamen fiel jetzt der Startschuss für den Bau des Zvezda Shipbuilding Complex.

Unter der Aufsicht des Far Eastern Shipbuilding and Ship Repair Centers (FESRC) entsteht ein Werftareal mit dem Ziel, eine weltweit führende Arktisflotte für Russland aufzubauen. Zu diesem Zweck soll aus dem seit 2010 in Planung befindlichen Großprojekt das fortschrittlichste und größte Schiffbauzentrum des Landes werden.

In den Projektrahmen fällt nicht nur die Konstruktion der Werftanlagen und der benötigten Infrastruktur, sondern auch die Beschaffung und Entwicklung neuester Gerätschaften und Robotertechnologien sowie die Einrichtung automatisierter Arbeitsabläufe und modernster IT-Systeme. Dafür steht dem FESRC die deutsche IMG Ingenieurtechnik und Maschinenbau GmbH zur Seite. Das Rostocker Unternehmen stellte seine maritime Expertise zuletzt unter anderem bei Werften am Kaspischen Meer und in Brasilien zur Verfügung.

Nach Angaben des FESRC sollen Ende des Jahres die ersten Werkstätten einsatzbereit sein. Die endgültige Fertigstellung des Komplexes werde bis 2024 erwartet, die Aufnahme des operativen Geschäfts sei allerdings bereits ab 2020 möglich. An Perspektive mangelt es der Anlage schon heute nicht. Vonseiten der Unternehmen Gazprom, Rosneft, Novatek und Sovcomflot, allesamt Partner des FESRC, habe es bereits erste Absichtserklärungen über Schiffsbestellungen und die Konstruktion von Bohrplattformen gegeben. Aufträge bis ins Jahr 2035 sollen folgen.

Laut FESRC steht fest: Nach Fertigstellung des Zvezda Shipbuilding Complex werden die Kapazitäten den Bau von Megatankern mit einer Tragfähigkeit von 350.000 Tonnen und von LNG-Carriern mit 250.000 Kubikmeter Stauvolumen ermöglichen, jeweils mit entsprechender Eisklasse. Auch Fahrzeuge für die Spezialschifffahrt und die Konstruktion von Offshore-Plattformen stehen auf dem Programm. Auf der Anlage sollen bis zu 6500 Arbeitsplätze entstehen. ger

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