Meyer Werft braucht mehr Wohnraum

220 Kabinen auf drei Decks: die Wohnbarge „Kalmar“, jetzt für die Papenburger Meyer Werft in Bremerhaven, Foto: Eckardt
Zur Unterbringung von Mitarbeitern der Meyer Werft und ihrer Zulieferbetriebe für die nächsten drei Wochen ist jetzt am Schuppen F/G im Bremerhavener Überseehafen die gecharterte Wohnbarge „Kalmar“ vertäut worden. Bis Mitte April bleibt das schwimmende Hotel nun für Mitarbeiter dort, die mit der Ausrüstung und Fertigstellung des jüngsten Neubaus, der „Spectrum of the Seas“ beauftragt sind.
Die dem niederländischen Unternehmen Chevalier Floatels gehörende „Kalmar“ verfügt über insgesamt 220 Kabinen auf drei Decks, größtenteils mit eigener Nasszelle, eine Restauration und Aufenthaltsräume. Die 94 Meter lange und 26,2 Meter breite Wohnbarge wurde 1993 von der Neptun Industrie in Rostock gebaut. Sie wurde zunächst als schwimmende Unterkunft „Floatel Kalmar“ mit einer Kapazität für 472 Personen für Grizzly Shipping fertiggestellt. Am 28. Februar 1995 wurde die Barge von der britischen Reederei Bibby erworben. Umbenannt in „Bibby Kalmar“ diente sie anschließend unter anderem als Flüchtlingsunterkunft. In den vergangen Jahren wurde die Wohnbarge mehrfach umgebaut und kam inzwischen bei verschiedenen Werften in Nordeuropa als schwimmende Unterkunft zum Einsatz.
Während die „Kalmar“ nun also für die Meyer Werft in Bremerhaven liegt, hat sich das Schiffbauunternehmen aber auch am Heimatstandort Papenburg zusätzlichen Wohnraum geschaffen. So kommt dort aktuell die Wohnbarge „Sans Vitesse“, ebenfalls von Chevalier Floatels, zum Einsatz, da die Kapazitäten an Zimmern und Ferienwohnungen in der Region für die Unterbringung von Mitarbeitern nicht mehr ausreicht. Schließlich rechnet die Meyer Werft im laufenden Jahr erstmals mit drei abzuliefernden Kreuzfahrtschiffen.
An erster Stelle steht dabei die „Spectrum of the Seas“. Das 347 Meter lange und 41 Meter breite Kreuzfahrtschiff soll am 11. April an die Reederei Royal Caribbean Cruises übergeben werden. Nach den Schwesterschiffen „Quantum of the Seas“, „Anthem of the Seas“ und „Ovation of the Seas“ ist es das vierte Schiff der Quantum-Klasse. Mit 168.666 BRZ vermessen, bietet es Platz für rund 4200 Passagiere. CE/ger