Neue „Hamburg“ auf den Kiel gedreht

Auf der Fassmer-Werft wurde der Rumpf des neuen Seenotrettungskreuzers „Hamburg“ für den weiteren Ausbau gedreht, Foto: DGzRS/Martin Stöver
Nach 35 Jahren baut die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffsbrüchiger (DGzRS) wieder eine neue „Hamburg“. Der Rumpf des neuen Seenotrettungskreuzers der 28-Meter-Klasse wurde gestern auf der Werft Fr. Fassmer an der Unterweser gedreht.
Das filigrane Aluminium-Netzspantengerüst wurde zunächst kieloben gebaut und beplankt. Nun erfolgte die spektakuläre Drehung mithilfe von zwei Kranen und präziser Millimeterarbeit. Die Aktion verlief zügig und reibungslos, hieß es vonseiten der Seenotretter auf THB-Anfrage. Im nächsten Bauschritt wird das Deckshaus aufgesetzt und der Innenausbau kann beginnen.
Traditionell gibt die DGzRS den Namen einer neuen Rettungseinheit erst bei der Taufe bekannt. In diesem Fall machen die Seenotretter jedoch bewusst eine Ausnahme: „Wir starten eine Spendenaktion in Hamburg, für die wir uns möglichst breite Unterstützung der Bevölkerung wünschen“, begründete Kapitän Ralf Krogmann, Repräsentant der Seenotretter an der Elbe, die Bekanntgabe des Schiffsnamens noch vor Baubeginn.
Das moderne, 4000 PS starke und 24 Knoten schnelle Spezialschiff wird ab 2020 von der DGzRS-Station Borkum aus im Einsatz sein. Sie wird dort die „Alfried Krupp“ ablösen, die nach 32 Einsatzjahren außer Dienst gestellt wird. Ihr Einsatzgebiet wird die Emsmündung und weite Teile der Deutschen Bucht umfassen.
Die neue „Hamburg“ wird die vierte Rettungseinheit dieses Namens in der mehr als 150-jährigen Geschichte der Seenotretter sein. Der erste Namensvetter nahm 1925 auf der Station Friedrichskoog seinen Dienst auf, die dritte „Hamburg“ unternahm 1960 ihre erste Fahrt und gehörte der Theodor-Heuss-Klasse an, den ersten in Serie gebauten Seenotrettungskreuzern mit Tochterboot. acw