TKMS liefert erste Fregatte für Algerien

Die Fregatte „Erradii“ passierte den Nord-Ostsee-Kanal, Foto: Hasenpusch
In Kiel hat jetzt die erste von zwei Fregatten für Algerien nach zwei Jahren Bauzeit die Werft TKMS verlassen.
Die „Erradii“ nahm durch den Nord-Ostsee-Kanal Kurs auf Wilhelmshaven, wo sie noch am Dienstag eintraf. Dort soll das 121 Meter lange und 16 Meter breite Schiff in den kommenden Tagen entmagnetisiert werden. In der Nordsee sind anschließend Probefahrten geplant. Außerdem sollen zwei Bordhubschrauber an Deck genommen werden.
Die Überführung der Fregatte durch den Nord-Ostsee-Kanal war die erste Passage eines Kampfschiffes der Republik Algerien seit der Unabhängigkeit 1962. In Kiel halfen die Schlepper „Stein“ und „Kitzeberg“ beim Einschleusen in die große Südschleuse. In Brunsbüttel brachten „Kitzeberg“ und „Luchs“ die Fregatte sicher durch die große Nordschleuse. Im Kanal half der Schlepper „Kitzeberg“ beim Transit. Der Schlepper war dabei durchgängig als Kopfschlepper mit einer Schlepptrosse am Bug befestigt. Die Fregatte verfügt zwar über zwei Schrauben und einen leistungsstarken Wasserstrahlantrieb, jedoch kein Bugstrahlruder. Aus diesem Grund sollte der Schlepper bei möglichen Stoppzeiten in den Weichen die Fregatte auf Position halten.
Die „Erradii“ wurde bei German Naval Yards in Kiel gebaut. Generalauftragnehmer für die Marine Algeriens ist Thyssen Krupp Marine Systems. Nach der Übergabe an TKMS war das Schiff seit August in Kiel erprobt worden. Ende Februar erfolgte dann ebenfalls in Kiel die Abnahme durch Algerien. Die „Erradii“ soll ab Mai im algerischen Oran stationiert werden. Das Schwesterschiff liegt zur Ausrüstung an der Pier und wird im Herbst ausgelie fert.
TKMS hatte sich gegen Werften aus Frankreich und Italien durchgesetzt. Mit dem Algerien-Projekt nimmt der Bau von Überwasser-Marineschiffen in Deutschland wieder Fahrt auf. Zwölf Jahre nach der Auslieferung der Fregatte „Mendi“ an Südafrika wurde am Dienstag in Kiel wieder die Flagge an einem ausländischen Kriegsschiff gehisst. Weitere Länder verhandeln derzeit mit den Werften. FB/fab