Weltschiffbau kämpft um die Existenz

Überkapazitäten bedrohen den Schiffbau weltweit. Das ist das Fazit von Werft-Managern, die jetzt zum jährlichen Branchentreffen in China zusammenkamen.

Trotz stark gesunkener Treibstoffpreise und niedriger Zinsen gab es keine neuen Impulse für zusätzliche Inves titionen im Schiffbau, resümierte der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) am Freitag. Überkapazitäten, geringere Investitionen in der Öl- und Gasindustrie, dazu hohe Auftragsbestände in der Welthandelsflotte – die Lage hat sich aus Sicht der Branche weiter verschärft. Schiffbaukonzerne in Korea, Japan und China meldeten Verluste in Milliardenhöhe. Für Werften auf allen Kontinenten stelle sich die Überlebensfrage, so der VSM.

Zur JECKU, dem jährlichen Gipfeltreffen der Schiffbauer, waren Topmanager aus Japan, China, Korea, Europa und den USA nach Zhongshan gekommen. An dem zweitägigen Werftentreffen nahmen 123 Vertreter von Großwerften wie Hyundai, Samsung, Daewoo, Mitsubishi, Kawasaki, CSSC, CSIC und COSCO teil. Aus Deutschland waren die Meyer Werft und Fr. Fassmer vertreten. Zu den europäischen Kollegen zählten Manager von Fincantieri, Damen, Navantia und STX France. Eine Arbeitsgruppe der OECD erörterte die aus dem Gleichgewicht geratene Angebots- und Nachfragesituation. Während Deutschland, das diesmal im Fokus der jährlichen Länderanalysen stand, für seine erfolgreiche Umstellung auf den Spezialschiffbau und seine zurückhaltende Industriepolitik gelobt wurde, sah sich vor allem Korea starker Kritik ausgesetzt, berichtet der VSM. In Korea waren in den vergangenen Wochen mit Milliardenbeträgen staatseigener Finanzinstitutionen die Verluste der Großwerften ausgeglichen worden. Das Land verpflichtete sich jetzt, in der nächsten Sitzung der Arbeitsgruppe dezidierten Bericht zu erstatten. fab

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