Zwangspause für Fincantieri

Kernmarke der maritimen Industrie Italiens: der global ausgerichtete Fincantieri-Konzern mit 50.000 Mitarbeitern, Foto: Fincantieri
Die Werften-Gruppe Fincantieri bleibt im Würgegriff der gerade in Italien besonders wütenden Covid-19-Seuche. Nachdem das über 230 Jahre alte Schiffbau-Unternehmen noch am 13. März erklärte hatte, zunächst bis zum 29. März einen Produktionsstopp für seine verschiedenen Standorte in Italien zu verfügen, muss diese Zwangspause jetzt verlängert werden.
Das kündigte das Werft-Management Ende vergangener Woche an. Es teilte zudem mit, dass diese Maßnahme die Konsequenz aus der bereits Tage zuvor durch Italiens Ministerpräsidenten Giuseppe Conte verfügten Anordnung sei, wonach landesweit jegliche Produktion bis auf Weiteres einzustellen sei, „die nicht ausdrücklich notwendig, entscheidend, unverzichtbar ist, um unsere grundlegenden Waren und Dienstleistungen sicherzustellen“. Conte verwies dabei auf die hohen Infektions- und Opferzahlen, die dem Land im Weltvergleich einen traurigen Spitzenplatz bescherten.
In der neuen, knapp eineinhalbseitigen Erklärung des Werft-Managements findet sich kein Datum für eine Wiederaufnahme des Regelbetriebs. Zugleich teilte die Konzernspitze mit, dass sich die Werften-Gruppe mit den für sie maßgeblichen Gewerkschaften auf eine Art Zukunftspakt verständigt habe. Es geht darin unter anderem um weitreichende Arbeitsplatzgarantien, aber auch um die Entschlossenheit, die Werftaktivitäten nach Überwindung der Covid-19-Krise mit voller Kraft wieder aufzunehmen. In Italien beschäftigt das Unternehmen an seinen verschieden Standorten rund 8900 Arbeitnehmer. Im weltweiten Verbund sind fast 50.000 Mitarbeiter. Der Konzern gehört zu den Top-Adressen beim Bau von Kreuzfahrtschiffen.
Indes teilten die beiden Kieler Werften Thyssenkrupp Marine Systems (TkMS) und German Naval Yards (GNY) mit, dass sie trotz der Corona-Pandemie bislang den Produktionsbetrieb ohne Kurzarbeit aufrechterhalten konnten. „Wir arbeiten unter schärfsten Hygiene- und Präventionsmaßnahmen“, erklärte ein TkMS-Sprecher. Die Schichten seien entzerrt worden, die Waschräume würden separat genutzt. Kantinen seien geschlossen, viele Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt worden, wo dies möglich sei. EHA/dpa
