15 Prozent weniger Anläufe in Hamburg
Den Hamburger Hafen haben im vergangenen Jahr 10 131 Seeschiffe angelaufen, das sind 14,9 Prozent weniger als im Vorjahr.
Wie das Statistische Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein weiter mitteilte, liegt der Rückgang bei den Containerschiffen mit 21,9 Prozent (5589) deutlich über dem Durchschnitt. Besonders ausgeprägt war der Rückgang bei den kleineren und mittleren Schiffseinheiten, den Feederschiffen. In der Größenklasse bis 5000 BRZ sank die Zahl der Containerschiffe um 42,1 Prozent, bei den Schiffen mit 5000 BRZ bis 20 000 BRZ betrug der Rückgang 25,8 Prozent. Gegen diesen allgemeinen Trend hat die Zahl der Großcontainerschiffe aber weiter zugenommen. 714 Einheiten mit über 80 000 BRZ sind gegenüber 2008 eine Zunahme von 9,3 Prozent.
Anders als bei den Frachtschiffen waren bei den Kreuzfahrtschiffen mehr Schiffsankünfte zu verzeichnen; mit insgesamt 72 waren es elf mehr als 2008. Mit diesen Schiffen sind auch deutlich mehr Passagiere nach Hamburg gekommen, nämlich insgesamt 112 000, ein Plus von 50 Prozent. Zurückgegangen ist auch der Güterumschlag. Von Seeschiffen wurden 2009 insgesamt 110,6 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen, 21,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Stückgutumschlag schrumpfte um 24,7 Prozent auf 74 Millionen Tonnen, beim Massengut waren es 13,4 Prozent auf 36,6 Millionen Tonnen. Höhere Umschlagmengen als 2008 wurden nur bei wenigen Güterarten, beispielsweise bei Getreide und Ölfrüchten, registriert. Vom Einbruch des Außenhandels als Folge der globalen Wirtschaftskrise war der Containerverkehr besonders betroffen.
Insgesamt wurden im Jahr 2009 an den Hamburger Kaianlagen 7,03 Millionen TEU von Seeschiffen umgeschlagen. Damit fiel der Containerumschlag auf das Niveau des Jahres 2004 zurück.
Dramatische Einbußen musste der Hafen Hamburg im Containerverkehr mit den Ostseehäfen hinnehmen. Der Güterempfang aus dem Ostseeraum ging um 31,5 Prozent zurück, der Versand dorthin verringerte sich sogar um 43,8 Prozent. Die Ausfuhr per Container nach Fernost zeigte sich mit einem Minus von 10,1 Prozent krisenfester. Als Folge des Rückgangs hat Hamburg seinen Rang als zweitgrößter Containerhafen auf dem europäischen Kontinent an Antwerpen verloren. Im Jahresverlauf war noch keine grundlegende Trendwende erkennbar. Der Rückgang des Containerumschlags im Vergleich zum Vorjahr war im vierten Quartal zwar geringer als im zweiten Quartal, lag aber noch deutlich über der 20-Prozent-Marke.