2007 weltweit 135 Schiffe verunglückt

Mit einem ungewöhnlichen Gottesdienst ist am Sonntag in Carolinensiel (Niedersachsen) an die weltweiten Schiffsunglücke des vergangenen Jahres erinnert worden. Unter freiem Himmel ertönte eine historische Schiffsglocke 135 Mal - so viele Schiffe waren 2007 gesunken, zerschellt oder bei einer Havarie verloren gegangen. 299 Menschen sind bei den Unglücken ums Leben gekommen. Die Carolinensieler Schiffsandacht gibt es seit 1996. Ein Jahr zuvor waren zwei Helfer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) auf dem Seenot-Rettungskreuzer «Alfried Krupp» bei einem Einsatz über Bord gegangen und ertrunken.
Seither organisieren das Deutsche Sielhafenmuseum und die Kirchengemeinde Carolinensiel den ökumenischen Gottesdienst jedes Jahr. Nach Angaben des Sielhafenmuseums stammt die historische Schiffsglocke selber von einem Unglücksschiff - der 1854 vor Spiekeroog gestrandeten «Johanne». Rund 200 Auswanderer hätten damals mit dem Boot in die neue Welt gewollt. Es war die Jungfernfahrt des Schiffes - rund 80 Menschen ertranken, darunter Kinder und Säuglinge. Auch wegen des Unglücks der «Johanne» entstand 1861 der ostfriesische Verein zur Rettung Schiffbrüchiger - der Vorgänger der DGzRS.
Die Glocke der «Johanne» wird jedes Jahr für die Andacht extra aus einem Spiekerooger Museum geholt und in den Hafen nach Carolinensiel gebracht. Am Sonntag wurde eine Liste mit den Namen der Länder verlesen, unter deren Flagge die 135 Unglücksschiffe fuhren.

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