250 Arbeitsplätze fallen weg
Die IG Metall Küste und die Betriebsräte der zur Hegemann-Gruppe gehörenden Peene-Werft Wolgast und der Volkswerft Stralsund haben einen massiven Personalabbau verhindert. „Statt auf Entlassungen setzt das Unternehmen verstärkt auf Kurzarbeit", sagte der Verhandlungsführer der IG Metall Küste, Daniel Friedrich.
Nach dem Verhandlungsergebnis sollen zum 1. April auf den beiden Werften insgesamt 250 Stellen wegfallen. Davon abzuziehen sind alle Beschäftigten, die in diesem und nächstem Jahr in Altersteilzeit gehen. Wer sich für ein freiwilliges Ausscheiden entscheidet, soll in die Transfergesellschaft wechseln und erhält eine Abfindung, einen Zuschuss zum Transferkurzarbeitergeld zwischen zehn und 12,5 Prozent sowie Zuschüsse zu Qualifizierungen. Darüber hinausgehende Kapazitätsüberhänge werden bis Ende des Jahres durch Kurzarbeit aufgefangen. „Bis dahin gibt es hoffentlich neue Aufträge", erklärte Friedrich.
Betriebsbedingte Kündigungen sind nur möglich, wenn der freiwillige Personalabbau nicht gelingt und neue Aufträge ausbleiben. Bis zum 31. Dezember 2014 hat das Unternehmen die Mindestzahl von 1500 Arbeitnehmern für den Werftenverbund vertraglich zugesichert. Die Beschäftigten verzichten bis 2012 auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld und erhalten dafür Einmalzahlungen von bis zu 800 Euro. Darüber hinaus werden die Tariferhöhungen bis Ende 2012 halbiert. Die leitenden Angestellten und die Geschäftsführung leisten ebenfalls einen entsprechenden Beitrag.
Die von der Finanz- und Wirtschaftskrise stark in Mitleidenschaft gezogenen Hegemann-Werften in Stralsund und Wolgast sind nach Überzeugung des Wirtschaftsausschusses im Landtag Mecklenburg-Vorpommerns sanierungsfähig. «Der Stellenabbau ist zwar schmerzhaft. Aber ich bin froh, dass Gerüchte um die Schließung eines der beiden Standorte ausgeräumt wurden», sagte der Ausschussvorsitzende Jochen Schulte (SPD) nach einer Sondersitzung gestern in Schwerin. Das Gespräch mit der Spitze des Sanierungsbeirates habe gezeigt, dass der überraschende Rücktritt von Chef-Sanierer Martin Hammer kein Indiz für zusätzliche Probleme der Werft gewesen sei, sagte Schulte.