300.000-Tonnen-Tanker entführt

Somalische Piraten haben am Sonntag im Somali-Becken 600 Seemeilen nordöstlich der Seychellen den griechischen Tanker „Maran Centaurus" mit 28 Seeleuten entführt.

Dies berichtete gestern das griechische Staatsradio (NET) unter Berufung auf die Küstenwache in Piräus. Die EU-NAVFOR-Mission „Atalanta" bestätigte die Entführung. Das 1995 gebaute 300 294-Tonnen-Schiff der Reederei Maran Tankers ist 332 Meter lang. Der VLCC-Tanker mit Heimathafen Piräus ist damit eines der größten Schiffe, die bisher von Piraten
vor Afrika entführt wurden.

Der Zweite Kapitän des Schiffes habe telefonisch die Zentrale der griechischen Küstenwache informiert, hieß es in den Berichten weiter. Allen Besatzungsmitgliedern gehe es gut. In Piräus wurde ein Krisenstab gebildet. Die Küstenwache informierte das griechische Außenministerium. Die an der „Atalanta"-Mission beteiligte griechische Fregatte „Adrias" versucht laut griechischen Medien, den gekaperten Tanker zu lokalisieren, um den Piraten den Weg nach Somalia abzuschneiden. Der Tanker hatte in Kuwait Rohöl geladen und war auf dem Weg in den US-Golf. Er bewege sich jetzt in Richtung somalische Küste. Laut der Küstenwache besteht die Besatzung aus neun Griechen, zwei Ukrainern, einem Rumänen und 16 Seeleuten von den Philippinen.

Unterdessen haben die Piraten, die am 19. Oktober den chinesischen Bulker „De Xin Hai" mit seiner 25-köpfigen chinesischen Besatzung entführten, mit der Ermordung ihrer Geiseln gedroht. In einem Telefoninterview mit der Nachrichtenagentur Reuters sagte einer der Entführer: „Wir wissen, dass China seine Kriegsschiffe in Stellung gebracht hat und eine Rettungsaktion plant. Sie sollten lieber nicht mit dem Leben ihrer Landsleute spielen." Sollte die chinesische Marine versuchen, die Geiseln gewaltsam zu befreien, würde man nicht zögern, die entführten Seeleute zu töten, warnte er.

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