35. Deutscher Seeschifffahrtstag im September in Kiel

Der 35. Deutsche Seeschifffahrtstag in Kiel wird sich mit den Kernproblemen der Branche befassen. Dabei gehe es insbesondere um die Frage, dass in Deutschland auch in Zukunft genügend nautischer Nachwuchs ausgebildet und auf deutschen Schiffen oder in Fachbehörden angestellt werde, betonten am Donnerstag in Kiel Vertreter des Nautischen Vereins zu Kiel als Veranstalter.

Die Frachtraten seien extrem am Boden, es würden kaum noch deutsche Seeleute beschäftigt, hieß es. Und die geplante Änderung der Schiffsbesetzungsverordnung sehe auf Schiffen nur noch zwei statt bisher vier Seeleute aus der Europäischen Union als Mindeststandard vor. Für viele Absolventen im nautischen Bereich seien die Chancen auf einen Job zurzeit schlecht, warnten Jürgen Rohweder und Gerald Immens vom Nautischen Verein zu Kiel. Dabei seien die Experten für die Branche mit 400.000 Beschäftigten zwingend notwendig.

Auf einem Fachkongress mit 300 Teilnehmern vom 22. bis 25. September in Kiel sollen Empfehlungen für die Politik erarbeitet werden. Ein Arbeitskreis wird sich mit dem Thema Rohstoffe aus den Meeren befassen. Dabei gehe es nicht nur um Manganknollen, sondern auch um seltene Erden, die für die Industrie extrem wichtig seien, sagte Rohwedder. Deutschland habe sich im Pazifik zwei Claims gesichert. Zwei weitere Arbeitskreise werden die überbordende Bürokratie in der Schifffahrt kritisch beleuchten beziehungsweise die Ausbildung und Beschäftigung in der deutschen Seeschifffahrt.

Für das breite Publikum ist ein großes Fest um den Kieler Binnenhafen an der Hörn vom 23. bis 25. September geplant. Rund 20 Schiffe werden anlegen. Dazu gehören alte Traditionssegler, Lotsenschiffe, Seenotrettungskreuzer und eine Korvette der Marine. "Wir haben keinen freien Meter an der Hörn", sagte Immens. Auf Bühnen läuft ein musikalisches Programm, dazu locken Stände mit Essen und Trinken. Außerdem gibt es Infostände zum Beispiel zu Mikroplastik im Meer oder einen Werbestand der Marine. "Das Fest ist ein Novum, wir rechnen mit Zehntausenden Besuchern", sagte Rohwedder.

Schirmherr des alle drei Jahre stattfindenden Seeschifffahrtstages ist Bundespräsident Joachim Gauck. Zuletzt fand das Treffen 2013 in Bremerhaven statt. dpa

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