Aker droht Übernahme durch Koreaner

Italienische Politiker befürchten die Übernahme des norwegischen Schiffbaukonzerns Aker durch Koreaner und streben eine Beteiligung der italienischen Fincantieri-Gruppe an.

Ziel dieser Bestrebungen ist es, die Schlüsselindustrie Schiffbau in europäischer Hand zu belassen und eine Abwanderung nach Fernost zu verhindern, berichtete die norwegische Wirtschaftspresse am Freitag. Im Oktober 2007 hatte die koreanische STX-Gruppe in einem Überraschungscoup 39 Prozent der Aker-Anteile gekauft. Aker ist über seine Betriebe in Finnland im Kreuzfahrtschiffbau engagiert und damit ein Wettbewerber der italienischen Fincantieri-Gruppe. „Die große Gefahr besteht darin, dass die Vorherrschaft beim Bau von Kreuzfahrtschiffen und Marinefahrzeugen aus Europa verschwindet, wenn es STX gelingt, die Kontrolle über Aker zu gewinnen, schreibt „Finansavisen".

In Italien bemühe man sich derzeit, die staatliche Fincantieri an die Börse zu bringen. Eine Fusion mit Aker würde automatisch eine Börsennotierung bedeuten und Fincantieri gleichzeitig eine Mehrheit des Gemeinschaftsunternehmens sichern. Damit wäre die Kontrolle durch STX ein für allemal abgewendet, so das Blatt. Auch französische Politiker sorgen sich um den europäischen Schiffbau. 2006 hatte Aker den Bereich Schiffbau der französischen Industriegruppe Alstom mit den beiden Werftbetrieben in St. Nazaire und Lorient übernommen.

Aker hat in jüngster Zeit mit andauernd schwachen Ergebnissen zu kämpfen. Der Grund hierfür sind Verluste im Fährschiffbau. Im Dezember wurde der Konzern daher umstrukturiert.

Teilen
Drucken

Kundenservice

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie uns gerne.

Kundenservice

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie uns gerne.

Nach oben