Angreifer der "Ariella" gefasst
Russische Marineeinheiten haben vor Somalia sieben Piraten festgenommen, die an dem misslungenen Angriff auf die „Ariella" beteiligt gewesen sein sollen.
Die Seeräuber wurden 67 Seemeilen vor der Küste von Soldaten der Fregatte „Neustrashimy" in einem Boot aufgegriffen, teilte die EU/NavFor-Mission „Atalanta" mit. Ihr weiteres Schicksal ist ungewiss. Ihnen kann sowohl in Russland als auch in Kenia der Prozess gemacht werden. Da die „Ariella" der slowenischen Reederei Splosna Plovba gehört, ist auch ein Verfahren in Slowenien möglich. Aktuell fährt das 1983 gebaute Schiff in Charter des Hamburger Unternehmens Hamburg Bulk Carriers (HBC).
Am Freitag hatten dänische Marineeinheiten der „Absalon" den 32 400-Tonnen-Bulker nach einem Notruf der Besatzung gestürmt, den das indische Kriegsschiff „Tabar" aufgefangen hatte. Bewaffnete Piraten hätten das Schiff geentert, meldeten sie. Die unter dem Kommando der NATO operierenden Soldaten konnten alle 25 Crew-Mitglieder wohlbehalten aus einem Schutzraum befreien. Die Männer aus Bulgarien, Indien, der Slowakei, der Ukraine und von den Philippinen hatten sich nach dem Notsignal im Schiffsinnern verbarrikadiert.
Die Piraten hielten sich zu dem Zeitpunkt der Befreiung aber nicht auf dem Schiff auf. „Wir wissen nicht, ob sie das Schiff verlassen haben, als sie unseren Hubschrauber sahen, oder ob sie vorher von sich aus aufgaben", sagte der dänische Marinesprecher Michael Bill in Kopenhagen. Zuvor hatte ein französischer Marinehubschrauber bestätigt, dass sich bewaffnete Piraten an Deck der „Ariella" befanden.
Die „Atalanta"-Mission betonte in ihrer Mitteilung, dass die Stürmung des Schiffes erst erlaubt wurde, nachdem sichergestellt war, dass die 25 Seeleute in Sicherheit waren.