"Arctic Sea" endlich im Löschhafen
Nach einer halben Weltreise ist der im Sommer von mutmaßlichen Piraten entführte finnische Frachter «Arctic Sea» nun an seinem Ziel in Algierien angekommen.
Das mit Holz im Millionenwert beladene Schiff hatte Politik und Geheimdienste von etwa 20 Ländern in Atem gehalten. Es gab viele Spekulationen, ob an Bord des verschollen geglaubten Frachters auch Waffen geschmuggelt wurden.
Gestern nun lief die «Arctic Sea» in algerische Gewässer ein, um im Hafen von Bejaia endlich ihre Ladung zu löschen, wie die finnische Reederei Solchart nach Angaben der Agentur Interfax mitteilte.
In dem algerischen Hafen hätte das Holz schon am 4. August abgeladen werden sollen. Die acht von der russischen Schwarzmeerflotte gefassten mutmaßlichen Piraten warten in Moskau auf ihren Prozess. Die 15 russischen Seeleute, die nach eigenen Angaben wochenlang in der Gewalt von Entführern gewesen waren, sind wieder bei ihren Familien. An Bord der «Arctic Sea» hatte zuletzt eine neue Crew aus Russland Posten bezogen.
Der Frachter stand nach seiner Befreiung Mitte August lange Zeit unter Kontrolle der russischen Kriegsmarine. Die wochenlange Irrfahrt endete erst, nachdem Moskau seine Soldaten von Bord abgezogen und Malta, wo die «Arctic Sea» registriert ist, das reparaturbedürftige Schiff in seinen Hafen gelassen hatte. Dort war die «Arctic Sea» mit Ziel Bejaia schließlich wieder in See gestochen.