Aufatmen bei Lindenau

Erleichterung auf der Lindenau-Werft in Kiel: Nach der Rettungsaktion für den insolventen Schiffbauer stehen die Zeichen auf Neustart. «Die Stimmung ist gelöst, man merkt ein Aufatmen», sagte Geschäftsführer Dieter Kühne am Mittwoch. «Die Mitarbeiter sehen, dass es weitergeht.» Bei einem Krisentreffen im Wirtschaftsministerium war am Dienstagabend beschlossen worden, dem Traditionsunternehmen einen dringend benötigten Kredit von knapp sieben Millionen Euro für den Bau eines Tankers zu gewähren. Die Mittel für den Bau des Doppelhüllen-Tankers im Auftrag der Cuxhavener Reederei Güsing war Voraussetzung für einen Neuanfang.

Die Finanzierung soll in gleichen Teilen von der HSH Nordbank, der Fördesparkasse und der Investitionsbank Schleswig-Holstein gesichert werden. Die Bankgremien müssen dem Rettungspaket noch zustimmen. Die Lindenau-Werft hatte im Herbst 2008 wegen erheblicher Finanzierungsprobleme Insolvenzantrag gestellt und musste zuletzt mit massiven Entlassungen auf die prekäre Situation reagieren. 157 Mitarbeitern wurde gekündigt, seit diesem Dienstag arbeiten nur noch 95 Beschäftigte und 10 Auszubildende in dem Unternehmen.

Die Lindenau Werft hatte im Herbst 2008 wegen erheblicher Finanzierungsprobleme Insolvenzantrag gestellt. Zuletzt hatte die HSH Nordbank wiederholt starke Bedenken an einer Kreditvergabe geäußert.

Danach kamen auf Initiative der Landesregierung neue intensive Gespräche und Nachbesserungen zustande. Darüber hinaus sicherten die Fördesparkasse und die Investitionsbank Schleswig-Holstein der HSH Nordbank Unterstützung zu. Für den Kredit der Banken bürgt das Land Schleswig-Holstein mit 80 Prozent.

Der Auftrag der Cuxhavener Reederei Güsing hatte im April für Aufatmen bei der Kieler Traditionswerft gesorgt, doch dann war die Finanzierung gefährdet. Nach Angaben von Insolvenzverwalter Jan Wilhelm kam auch die Reederei auf Lindenau zu, indem sie ankündigte, die Anzahlung für den Tanker-Bau zu erhöhen.

Im Juli vergangenen Jahres hatte Lindenau den größten jemals in Deutschland gebauten Doppelhüllen-Produktentanker ausgeliefert, die rund 200 Meter lange «Seapike». Derartige Schiffe können mehrere Ölprodukte oder Chemikalien gleichzeitig transportieren. Mit dem Küstentanker «Seychelles Paradise» übergab Lindenau im September den vorerst letzten Schiffsneubau.

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