Bauverzögerung für Fehmarnbelttunnel
Die Planungen für den Fehmarnbelt-Tunnel dauern länger als ursprünglich angenommen. Deshalb werde sich der Baubeginn des Milliardenprojektes verzögern, sagte der Sprecher der Planungsgesellschaft Femern A/S, Karsten Holmegard, am Freitag. Als Grund nannte er Verzögerungen im Genehmigungsverfahren auf dänischer und deutscher Seite. "Wir können noch kein neues Datum nennen, werden aber vor Beginn der Sommerferien einen überarbeiteten Zeitplan vorlegen", sagte Holmegard. Nach Informationen der Lübecker Nachrichten werden die ersten Bagger frühestens 2015 anrücken, und nicht wie geplant 2014.
Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Jost de Jager (CDU) bestätigte, dass zwischen dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein und Femern A/S Gespräche zur Anpassung des Zeitplans mit Blick auf den Beginn des Planfeststellungsverfahrens laufen. "Wir haben es hier mit einem deutsch-dänischen Großprojekt zu tun. Anpassungen waren zu erwarten", sagte de Jager. Als völligen Unsinn bezeichnete er es, dass die Verzögerungen auf Deutschland zurückzuführen seien. "An uns liegt es eindeutig nicht, alles ist im Zeitplan", sagte de Jager.
Für die Gegner des geplanten Straßen- und Eisenbahntunnels zwischen Deutschland und Dänemark ist die Verzögerung dagegen ein gutes Zeichen. "Das ist der Einstieg in den Ausstieg und das ist gut", sagte der verkehrspolitische Sprecher der Linken im schleswig-holsteinischen Landtag, Björn Thoroe. Malte Siegert vom Aktionsbündnis gegen die feste Fehmarnbeltquerung verwies auf die ständig steigenden Kosten des Projektes, die auch der dänischen Seite nicht egal sein könnten. Bislang sind rund 5,5 Milliarden Euro (Stand: 2008) für den 19 Kilometer langen Absenktunnel veranschlagt.