Blick hinter die Kulissen beim DGzRS

Jedes Jahr besuchen Tausende von Besuchern den Tag der Seenotretter auf den Stationen der DGzRS, Foto: DGzRS
Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) lädt am 29. Juli zum diesjährigen Tag der Seenotretter ein. Dabei sollen große und kleine Anhänger der Organisation die Möglichkeit bekommen, einmal einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.
Die meisten der mehr als 2000 Einsätze pro Jahr finden schließlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt – bei „Nacht und Nebel“, weit draußen auf See. Der Aktionstag ist damit umso wichtiger, um die Arbeit der DGzRS der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Rettungsdemonstrationen und Besichtigungen der Seenotrettungskreuzer und -boote. Aber auch das direkte Gespräch mit den Seenotrettern wird angeboten, teilte die DGzRS mit. So könnten sich die Besucher selbst einen Eindruck von der Einsatzbereitschaft und Leistungsfähigkeit der Organisation verschaffen. Viele Urlauber, Tagesgäste, Küstenbewohner und Insulaner seien bereits seit vielen Jahren Stammgäste der maritimen Veranstaltung. Immerhin ist es nun das 20. Mal, dass der Aktionstag veranstaltet wird. Teilnehmen werden daran die zahlreichen Stationen der DGzRS in Niedersachsen und Bremerhaven, entlang schleswig-holsteinischen Nord- und Ostseeküsten sowie in Mecklenburg-Vorpommern.
Indes bewiesen die Seenotretter wieder in Aktion, wie entscheidend ihre Arbeit sein kann. So etwa am vergangenen Wochenende im Wattenmeer. In der Nacht zum Sonntag hatte ein junger Mann in der Nähe von Butjadingen Schreie im Watt gehört und die Polizei alarmiert. Feuerwehr, Rettungskräfte und die Seenotretter der Station Fedderwardersiel rückten aus, um schließlich einen Vater und seine beiden Söhne aus Lebensgefahr zu befreien. Die drei waren von der Flut überrascht worden. Als das Seenotrettungsboot „Hermann Onken“ vor Ort eintraf, stand dem 39-Jährigen das Wasser bereits zum Hals. Seine Kinder hatte er auf den Arm genommen. „Die Panik der Kinder war unbeschreiblich“, berichtete Vormann Hartmut Dierks. Um sie durch die Bergepforte an Bord zu ziehen, musste er vorsichtig an die drei heranmanövrieren. „Im Flutstrom hätte der Mann sich keine fünf Minuten länger halten können – die Rettung war in allerletzter Sekunde“, erklärten die Seenotretter.
Aufregung am Wochenende auch im Hafen von Gelting Mole: Von einer Segelyacht ragte am Samstag nur noch der Mast aus dem Wasser. Das Schiff war aus ungeklärter Ursache an einem Liegeplatz gesunken. Gemeinsam mit mehreren Feuerwehren aus dem Umland nahmen sich die freiwilligen Seenotretter der Station Gelting der Sache an und sicherten das Freizeitschiff. ger