Blockade beendet: Trawler verlässt Bremerhaven
Das von Greenpeace-Mitgliedern in Bremerhaven blockierte Fischfabrikschiff "Jan Maria" hat seinen Heimathafen verlassen. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, mussten Beamte zuvor drei Schwimmer aus dem Wasser ziehen, die vor dem Schiff mit dem Banner "Keine Steuergelder für Meereszerstörung" die Abfahrt des 117 Meter langen Schiffes stoppen wollten.
Der Protest der Umweltorganisation Greenpeace für eine EU-weite nachhaltige Fischerei und den Abbau der zu großen Fischereiflotte hatte am Montag begonnen. Aktivisten hatten sich an die Halteseile des Schiffes gehängt und die Schiffsschraube mit einer Kette blockiert. Die Polizei hatte die Aktion am Abend beendet.
Greenpeace werde weiter gegen die Überfischung der Meere und die Subventionen der EU-Fangflotte protestieren, sagte Meeresbiologin Iris Menn. Die Bundesregierung müsse sich endlich zu dem Thema äußern und sich für Reformen der Fischereipolitik in der Europäischen Union einsetzen.
Die EU-Fischereiminister hätten erneut wirtschaftliche Interessen über den Schutz der Fischbestände gestellt, als sie im Dezember die jährlichen Fangquoten beschlossen. Fast nie folgten die Minister den Empfehlungen der Kommission, kritisierte Menn. So sei beispielsweise für Hering in der südlichen Nordsee eine Erhöhung um 68 Prozent beschlossen worden anstelle der empfohlenen 19 Prozent. Die "Jan Maria" gehöre mit rund 5000 Tonnen Ladekapazität zu den größten Schiffen der EU-Flotte, sagte Menn.