BSH: Neue Aufgaben umsetzen

Mit der „Atair“ wird das BSH im Mai ein hochmodernes Spezialschiff in Dienst stellen, Foto: Timo Jann

„Im Bereich der Offshore-Windenergie leistet das BSH einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz", sagt Dr. Karin Kammann-Klippstein, die Präsidentin des BSH, Foto: Timo Jann
„Die Aufgaben des BSH haben sich in den letzten Jahren weiterentwickelt“, so das Fazit von Dr. Karin Kammann-Klippstein, Präsidentin des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH), am Mittwoch bei der Jahrespressekonferenz der Behörde in Hamburg.
„Das BSH als die zentrale maritime Behörde in Deutschland sorgt nicht nur für den Interessensausgleich zwischen Schutz und Nutzung der Meere, sondern gestaltet im Rahmen seiner gesetzlichen Zuständigkeiten für Offshore-Windenergie auch die Energiewende in Deutschland aktiv mit“, fasste die Präsidentin die Aufgaben zusammen. Darüber hinaus komme die vom BSH durchgeführte Überwachung immer strengerer Vorschriften zur Reduzierung des Schadstoffausstoßes durch Schiffe auch den Menschen an der Küste zugute, hieß es.
Die Taufe des neuen Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiffes „Atair“ war eines der herausragenden Ereignisse für die Behörde mit ihren 850 Mitarbeitern. Das Schiff ist das erste seegehende Behördenschiff für Spezialaufgaben, das sowohl über den emissionsarmen LNG-Antrieb verfügt als auch mit umweltfreundlichem Design und geräuscharmer Technik ausgestattet ist. Neben der Seevermessung wird sich die Besatzung vor allem Untersuchungen von Sedimenten und der Wassersäule in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) von Nord- und Ostsee widmen. Zu den Aufgaben gehört weiterhin die Erprobung von Navigationsausrüstungen für die Schifffahrt. Die Indienststellung ist für Mai 2020 geplant.
Im Bereich der Offshore-Windenergie leistet das BSH durch seine Arbeit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. 2019 gingen fünf Offshore-Windparks mit 284 Windenergieanlagen und einer Gesamtleistung von 2.032 Megawatt in Betrieb. Damit sind in der deutschen AWZ aktuell 1.391 Windenergieanlagen mit einer Leistung von etwa 7.120 Megawatt am Netz.
Der Flächenentwicklungsplan, den das BSH 2019 als das zentrale Planungsins trument für die Nutzung der Windenergie auf See herausgegeben hat, wird nach Schaffung der gesetzlichen Grundlagen in der anstehenden Fortschreibung an das neue Ausbauziel angepasst. Im Oktober 2019 hatte das Bundeskabinett beschlossen, den Offshore-Deckel anzuheben und den Ausbau der Offshore-Windenergie von 15 auf 20 Gigawatt im Jahr 2030 zu erhöhen. Die Ausweisung neuer Flächen für innovative Energiegewinnung, zum Beispiel durch Umwandlung von Windenergie in Wasserstoff, werde weiterverfolgt, berichtete Karin Kammann-Klippstein.
Seit 1. Januar 2020 gilt weltweit für die Schifffahrt der Grenzwert 0,50 Prozent Kraftstoffschwefelgehalt, in Nord- und Ostsee gilt seit 2015 bereits ein Grenzwert von 0,10 Prozent Kraftstoffschwefelgehalt. Zur Überwachung von Schiffsemissionen baut das BSH im deutschen Küstenraum schrittweise ein Abgasmessnetz auf. In Bremerhaven, Wedel und Kiel arbeiten bereits Messstationen. Bei über 99 Prozent der überprüften Schiffe wurden keine auffällig hohen Schwefelemissionen gemessen. Die „Atair“ wird mit einer fest installierten Luftmessstation permanent Schiffsemissionen auf Nord- und Ostsee messen. tja
