BSH: Schadstoffausstoff von Schiffen verringern
Der Schadstoffausstoß von Schiffen muss nach Ansicht von Prof. Peter Ehlers, Präsident des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), weltweit deutlich gesenkt werden. Das Thema stehe "ganz oben auf der Agenda für 2008", sagte er am Mittwoch in Hamburg. "Ich bin optimistisch, dass es zu einer Entscheidung kommt vom Schweröl weg zu Diesel." Darüber könne aber nur auf internationaler Ebene entschieden werden. Das BSH unterstütze das Bundesverkehrsministerium in den Bemühungen, bei der Internationalen Schifffahrts-Organisation (IMO) den Ausstieg aus der Schwerölnutzung für Schiffsmotoren zu erreichen, sagte Ehlers. Das Verbrennen von schwefelhaltigem Schweröl verursacht erhebliche Schadstoffemissionen. Auf Nord- und Ostsee gelten bereits Vorschriften, die den Einsatz von Öl mit verringertem Schwefelgehalt vorschreiben.
Ehlers verabschiedete das BSH-Forschungsschiff "Atair", das mit seiner Besatzung am Mittwoch nach der Winterpause den Hamburger Hafen verließ. Es wird unter anderem wieder auf Wracksuche in der Nordsee gehen. Wegen des starken Seegangs in der Deutschen Bucht hieß das erste Ziel für die Forscher aber Twielenfleth Reede. "Dort sollen sie verlorene Anker suchen", sagte Ehlers. Auch das gehöre zu den Aufgaben des BSH.
Im vergangenen Jahr hatten die fünf Vermessungsschiffe der Behörde insgesamt 5000 Quadratkilometer Nord- und Ostsee neu vermessen, das entspricht knapp einem Drittel der Fläche Schleswig-Holsteins. Dafür legten die Schiffe 39 500 Kilometer zurück. 137 neu vermessene Wracks, davon 41 bisher nicht bekannte Hindernisse, stehen in den Büchern des BSH für 2007.
Die Temperaturmessungen in der Nordsee stützten nach Angaben des Präsidenten den im Vorjahr gezogenen Schluss, dass der Klimawandel in den Meeren angekommen sei. Zwar seien 2007 nur im Frühjahr, nicht aber im Sommer und Herbst die hohen Oberflächentemperaturen des Vorjahres erreicht worden. Aber der Gesamtwärmeinhalt der Nordsee sei weiter leicht gestiegen, sagte Ehlers. Die mittlere Temperatur habe im August 2007 bei 11,7 Grad gelegen, im Vorjahresmonat waren es 10,9 Grad. "Das ist für ein träges System wie das Meer eine ganze Menge."
Als wichtige Aufgabe seines Hauses für die nächsten Jahre nannte Ehlers die Weiterentwicklung der Sturmflutvorhersage. Mit feineren Modellen werde es möglich sein, die Prognosen für einzelne Orte zu differenzieren. Dazu arbeite sein Haus eng mit der Hamburger Hafenbehörde HPA zusammen. An möglichst exakten Wasserstandsvorhersagen zum Beispiel in der Elbe hat auch die Schifffahrt großes Interesse, weil das Einfluss auf die maximale Beladung der Schiffe hat.
Ehlers wird ebenso wie Vizepräsident Niels-Peter Rühl und der Leiter des BSH in Rostock in diesem Jahr in den Ruhestand gehen. "Das ist kein ganz einfacher Abschied, aber auch die Chance für einen Neuanfang. Das kann einer Behörde ganz guttun", sagte Ehlers.
Mehr: In der Tagesausgabe des THB Deutsche Schiffahrts-Zeitung.