BSH will starken Beitrag leisten

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) will in diesem Jahr mit Umweltdaten einen starken Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten. «Das ist eine zentrale Aufgabenstellung des Jahres 2010», sagte BSH-Präsidentin Monika Breuch-Moritz am Dienstag in Hamburg. Das Sammeln von Daten höre sich unspektakulär an, werde aber unterschätzt. «Wer Umwelt und Klima sinnvoll schützen will, benötigt Daten. Erst sie machen Veränderungen des Ökosystems messbar», betonte Breuch-Moritz. So hätten die BSH- Messungen auch 2009 eine Fortsetzung der inzwischen 22 Jahre anhaltenden Warmphase von Nord- und Ostsee nachgewiesen.

Die BSH-Präsidentin sagte, Investitionen in Forschung und Datenerfassung seien Grundvoraussetzung für den Meeresschutz. Sie hoffe, dass ein Ersatz für das inzwischen 22 Jahre alte BSH-Schiff «Atair» bald auf den Weg gebracht werde. Das Chartern von Forschungskapazitäten habe sich als sehr schwierig erwiesen. Sie stünden nicht immer zur Verfügung, wenn sie gebraucht würden.

Deswegen werde das BSH das Vorhaben auch in diesem Jahr wieder in den Haushalt einstellen, nachdem es im vergangenen Jahr nicht geklappt habe, sagte Breuch-Moritz. Sie sehe gute Chancen, auch weil das Schiff mit Sicherheit auf deutschen Werften gebaut würde.

Ein aktuelles Projekt des BSH ist die Ergänzung der elektronischen Seekarte um Eisdaten. Dazu seien internationale Abstimmungen erforderlich. Die Informationen für die Schifffahrt zum Beispiel über Eisgang auf Nord- und Ostsee würden damit wesentlich aktueller, sagte die Präsidentin. Als weiterer Schritt könnten in der Zukunft dann auch Strömungsdaten in die elektronischen Seekarten integriert werden.

Ebenfalls in Angriff nehme das BSH zusammen mit 14 weiteren geologischen Diensten die flächendeckende Erkundung der Sedimentverhältnisse am Meeresgrund von Nord- und Ostsee. Das sei eine wichtige Voraussetzung für weitere Planungen zum Beispiel von Offshore-Windenergieanlagen. Insgesamt hat das BSH inzwischen fast 1800 Offshore-Anlagen mit zusammen rund 9000 Megawatt Leistung genehmigt, die ersten wurden bereits gebaut. Bis 2030 plant die Bundesregierung, die installierte Offshore-Leistung auf 25?000 Megawatt zu erhöhen. Zum Vergleich: Das gerade in Hamburg-Moorburg entstehende Steinkohlekraftwerk soll gut 1600 Megawatt leisten.

Das BSH werde sich an einem deutsch-russischen Projekt beteiligen, mit dem Schifffahrtsrouten auf dem nördlichen Seeweg in der Arktis verbessert werden sollen. Wegen des Rückgangs der Eisbedeckung im Nordpolarmeer werde der Seeweg entlang der russischen Nordküste künftig häufiger befahrbar sein. Dabei gehe es auch um deutsche Interessen, weil deutsche Reedereien die Route nutzen wollen und weil der Meeres- und Umweltschutz beachtet werden müsse.

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