BSU empfiehlt Risikoanalyse für den Nord-Ostsee-Kanal

Die Bundesanstalt für Seeunfalluntersuchung (BSU) hat den Bericht über die Kollision des Containerschiffes „National Glory“ mit dem Stückgutfrachter „Malaga“ im Nord-Ostsee-Kanal (NOK) vorgelegt (28. November 2010). Der Unfall ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen, die von der Verkehrszentrale  und den beteiligten Lotsen nicht rechtzeitig erkannt beziehungsweise abgearbeitet wurden. Die dabei aufgetretenen Probleme endeten in der Kollision, obwohl die BSU keine entscheidenden Manövrierfehler der Lotsen, Steurer und Besatzungen feststellen konnte. Es herrschte Nebel mit Sichtweiten unter 100 Meter. In der vorderen Dalbenreihe lag ein Gastanker in Warteposition. Der nachfolgende Verkehr war dadurch gezwungen, hinter dem Tanker auf die Weiterfahrt zu warten, und der gesamte Verkehr hatte weniger Raum, um in beiden Richtungen die Projensdorfer Biegung zu durchfahren. Dabei müssen die Bahnen und Zeiten genau eingehalten werden, damit der Verkehr fließend gehalten werden kann. Kommt es bei der Umsetzung der Planung zu Problemen, sollen die Ausweichen als Puffer dienen. In den letzten 40 Jahren haben sich die Fahrzeuggrößen entscheidend verändert. Damit einhergehend werden auch die hydrodynamischen Kräfte größer. Reichen die Rudermomente eines Schiffes nicht aus, kann die geplante Bahn nicht eingehalten werden. Daher empfiehlt die BSU, eine Risikoanalyse über den Raumbedarf des Schiffsverkehrs im NOK zur Reduzierung der Kollisionsgefahr durchzuführen und das System der Verkehrsgruppen unter Einbeziehung von Schiffsdomänen zu überarbeiten. 

Mehr: Im "THB Täglicher Hafenbericht"
 

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