Buch über Geiselhaft auf "Hansa Stavanger"
Er war 121 Tage an Bord des deutschen Containerschiffs „Hansa Stavanger" in der Gewalt somalischer Piraten. Gestern hat Kapitän Krzysztof K. Kotiuk in Hamburg das Buch „Frohe Ostern, Hansa Stavanger" präsentiert, in dem er anhand seiner damaligen Tagebucheinträge die Zeit der Entführung beschreibt. In dem Bericht wird die Entwicklung der Geiselhaft mittels dramatischer Dialoge an Bord und aus dem Funkverkehr sowie Erinnerungen von Kotiuks Ehefrau dargestellt. Mit eindrucksvollen Bildern von Unterkünften, sanitären Einrichtungen, Büros und Laderäumen wird darüberhinaus das Chaos dokumentiert, das die Piraten auf dem Schiff hinterließen.
„Jeder Tag war eine Tragödie für uns", sagte der 61-jährige Kotiuk am Dienstag sichtlich bewegt bei der Vorstellung seines Buches. „Ich wollte einfach zeigen, wie es wirklich war." Der seit 2000 in Deutschland eingebürgerte Kapitän hat sich von den Ereignissen noch nicht erholt. Auf Anraten seines Arztes wird er eine dreimonatige Traumatherapie in einer Spezialklinik am bayrischen Ammersee machen. Danach will er wieder zur See fahren.