Bund finanziert zwei neue NOK-Schleusen

Am Nord-Ostsee-Kanal (NOK) in Kiel soll 2018 mit dem Bau von zwei neuen Schleusen begonnen werden.

Der Bund hat beschlossen, rund 240 Millionen Euro zu investieren, um die beiden maroden Schleusenkammern abzureißen und neue zu bauen. Das Bundesverkehrsministerium hat die Pläne bereits am Donnerstagabend beim traditionellen Reis & Curry-Essen des Lotsengesangvereins Knurrhahn in Kiel verkündet. Die 1895 eingeweihten Schleusen werden den Angaben zufolge komplett abgerissen und von Grund auf an derselben Stelle neu gebaut. „Damit ist aus der Hoffnung nun Gewissheit geworden, dass wir auch in Kiel mit dem Kanal vorankommen“, sagte Prof. Dr.-Ing. Hans-Heinrich Witte, Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt in Kiel.

Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) zeigte sich über die Nachricht erfreut. Das ist ein wichtiges und starkes Signal, das vom Bund kommt, sagte er. Deutschland zeige, dass es Probleme nicht nur erkennt, sondern sie auch lösen könne.

Auch aus der Schifffahrt gab es Zustimmung: Es ist erfreulich, dass hier am Kanal wieder gearbeitet wird, so Jens Broder Knudsen von der Initiative Kiel-Canal. „Wichtig ist jetzt, dass es auch Personal dafür gibt.“

Seit Jahren wird über die Sanierung der baufälligen Schleusenkammern diskutiert. „Es war aber irgendwann klar, dass das Bauwerk so marode ist, dass wir es nicht mehr in Betrieb nehmen können“, sagte Witte den „Kieler Nachrichten“. An der Anlage bestehe nach wie vor Einsturzgefahr. 2013 waren tiefe Risse im Mauerwerk festgestellt worden; 2014 wurden die Schleusen vorübergehend komplett gesperrt. Die Sanierungskos ten hatten sich auf rund 60 Millionen Euro summiert.

Im Herbst 2018 soll in Kiel mit den ersten Arbeiten begonnen werden, hieß es. Am anderen Ende des Kanals, in Brunsbüttel, entsteht derzeit bereits eine lange geforderte fünfte Schleusenkammer.

Die Kammern in Kiel sollen ab Herbst mit Sand gefüllt werden. Danach soll ab 2018 der Abriss der alten Schleusen erfolgen. Bis auf die Bodenfundamente werden die Kammern zurückgebaut. Danach erfolgt ein totaler Neuaufbau. „Das ist ein Ersatzneubau, der für die Schifffahrt auf der Kieler Seite des Nord-Ostsee-Kanals eine sehr gute Perspektive bietet. Dadurch, dass die neuen Schleusenkammern nur noch acht statt der heute 16 Schleusentore haben, kann die nutzbare Länge von 125 auf 155 Meter gesteigert werden“, so Matthias Visser, Sprecher des für die Planung zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamtes Kiel-Holtenau.

Die alten Kammern sind durch die Bauweise in der Sohle rund und nicht eckig. Dadurch ist der Tiefgang deutlich eingeschränkt. Die neuen Schleusenkammern bekommen einen platten Boden, der auf voller Breite den Tiefgang von über sechs Metern erlaubt. „Damit können wir später bis zu 70 Prozent der Schiffe auch durch diese Schleusen schleusen“, sagt Visser. Und auch die Lotsen zeigten sich begeistert. „Das ist aus unserer Sicht eine optimale Lösung“, sagte Stefan Borowski, der Ältermann der Lotsenbrüderschaft NOK II aus Kiel. FB/FBi/lno

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