“Bussard“ kreist zwischen Seglern

Bei der Kieler Woche ziehen nicht nur weiße Segel die Blicke auf sich. Auch Kiels ältestes Museumsschiff, der Dampftonnenleger „Bussard“, feiert in diesen Tagen seinen 110. Geburtstag.

Das von den Mitgliedern eines Fördervereins liebevoll gepflegte Schiff wird in dem Zustand erhalten, wie es 1905 für 224 000 Goldmark bei der Meyer Werft in Papenburg bestellt wurde. Neu an Bord sind nur die Sicherheitseinrichtungen wie Radar, Rettungsinseln und Schwimmwesten.

Die „Bussard“ besitzt zudem noch ihren historischen Flammrohrkessel, der den Wasserdampf für die Dreifach-Expansionsmaschine erzeugt. Er wurde 1946 auf der Meyer Werft eingebaut und wird heute mit extra aus Polen angelieferter Kohle befeuert. Dieser Antrieb sorgt von Zeit zu Zeit auch für eine Rauchwolke, die einen Eindruck davon vermittelt, wie es früher in Kiel und in anderen Häfen aussah, als die Schiffe noch nicht mit modernen Dieselmotoren angetrieben wurden.

Die Kohle kommt per Lastwagen aus Polen und wird noch traditionell mit dem Bordkran auf das Schiff gehievt. Die dazugehörige Technik haben die Mitglieder des Fördervereins im Winter mit Hilfe der Kieler Lindenau Werft und zahlreichen Sponsoren überholt.

Im Kieler Hafen trifft die „Bussard“ in diesem Jahr auf zwei jüngere „Verwandte“: zum einen, das Kreuzfahrtschiff „AIDAluna“, das 2009 ebenfalls auf der Meyer Werft in Papenburg gebaut wurde. Zum anderen, auf die am 5. Juni am Ostseekai getaufte „Mein Schiff 4“, die ebenfalls zur Meyer-Familie gehört, aber auf der Meyer Werft in Turku gebaut wurde.

Die „Bussard“ macht zur Kieler Woche fast täglich Fahrten über die Förde, für die es noch Karten gibt. bre/FB

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