Costa-Bergung erst in 2013

Zwei Menschen gelten derzeit noch als vermisst. Foto: Guardia Costiera
Nach dem Abpumpen des letzten Schweröls aus dem Wrack der "Costa Concordia" wird das gekenterte Kreuzfahrtschiff noch bis zu ein Jahr vor der italienischen Küste liegen. Man prüfe ein halbes Dutzend Vorschläge, wie das riesige Schiff zu bergen sei, sagte der Sprecher der deutschen "Costa"-Reedereivertretung, Ralph Steffen jetzt. Je nach Anbieter könnten die Bergungsarbeiten zwischen zehn und zwölf Monate dauern.
Bereits in der Nacht zum Samstag wurden die letzten Liter Treibstoff aus den 17 Tanks der "Costa Concordia" abgepumpt. In den Tanks waren nach früheren Angaben etwa 2400 Kubikmeter Treibstoff, überwiegend gefährliches Schweröl. Mit dem Abpumpen war eine niederländische Spezialfirma wochenlang beschäftigt.
Unterdessen haben Taucher am Montag alle fünf Leichen geborgen, die in der vergangenen Woche entdeckt worden waren. Damit werden noch zwei Personen vermisst, die an Bord des Kreuzfahrtschiffs waren, wie die italienische Zivilschutzbehörde mitteilte. 30 Tote wurden bisher geborgen. Die jetzt aus dem Wrack gehöten Toten müssen noch identifiziert werden.
Die "Costa Concordia" hatte am 13. Januar mit mehr als 4200 Menschen an Bord vor der toskanischen Ferieninsel Giglio einen Felsen gerammt und war dann gekentert. Gegen den Kapitän Francesco Schettino (52) wird unter anderem wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung, Havarie und Verlassen des Schiffes während der Evakuierung ermittelt. Er steht unter Hausarrest.