Deutsche Wadan-Aufsichtsräte treten zurück

Die drei deutschen Mitglieder im Aufsichtsrat des norwegischen Mutterkonzerns der früheren Wadan-Werften sind gestern zurückgetreten.

Der Münchner Anwalt Wolfgang Heiß sowie die beiden Kommunikationsberater Hans-Hermann Tiedje und Klaus-Peter Schmidt-Deguelle legten nach rund einem halben Jahr in dem Gremium ihre Mandate nieder. Sie waren seit dem 10. Juli im Aufsichtsrat der Wadan Yards Group AS in Oslo, der Dachgesellschaft der seit Juni insolventen Wadan-Werften in Wismar und Rostock-Warnemünde.

Schmidt-Deguelle begründete den Rückzug mit den unklaren Eigentumsverhältnissen in der Wadan-Gruppe, die auch eine Werft in der Ukraine betreibt. Die Wahl des deutschen Trios in den Aufsichtsrat sei von einem luxemburgischen Anteilseigner angefochten worden. «Die haben behauptet, FLC West habe nicht mehr die Mehrheit, weil deren Anteile falsch bewertet seien», sagte Schmidt-Deguelle. Die russische Investmentgesellschaft FLC hatte vor der Übernahme des Mehrheitsbesitzes am ehemals drittgrößten deutschen Schiffbauer durch Burlakow 70 Prozent der Aktien gehalten, auf die koreanisch-norwegische Werftgruppe STX Europe waren 30 Prozent entfallen.

«Der Rechtsstreit ist noch nicht entschieden. Unsere Nachfolger stehen daher auch noch nicht fest», erklärte Schmidt-Deguelle. Das norwegische Handelsregister habe wegen der unklaren Rechtslage die Eintragung seiner Wahl sowie der Berufung von Heiß und Tiedje verweigert. Zudem hätten die strafrechtlichen Vorwürfe der russischen Justiz gegen Yusufovs Vorgänger Andrej Burlakow für Verwirrung gesorgt, meinte Schmidt-Deguelle, der Burlakows Berater für die deutsche Schiffbaubranche war. Der Russe war vorvergangene Woche in Moskau festgenommen worden, gegen ihn wird wegen Betrugs im Zusammenhang mit seinem Einstieg bei Wadan im Sommer 2008 ermittelt.

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