Deutsche Werften für Erhalt der Nordic Yards
Die Betriebsräte aller deutschen Werften machen sich für den Erhalt der Nordic Yards in Wismar und Warnemünde stark.
„Zwanzig Jahre gemeinsamer Kampf für die Zukunft der Werften und zwanzig Jahre Kampf für eine industrielle Perspektive in Norddeutschland dürfen nicht durch das Missmanagement der Banken und durch das Versagen von Politik und Werftbesitzern umsonst gewesen sein", heißt es in der Erklärung der Arbeitsgemeinschaft Schiffbau der IG Metall Küste. Diese Erklärung haben bei einem Treffen gestern in Hamburg unter anderem Betriebsräte der Volkswerft Stralsund, der Peene-Werft Wolgast, der Neptun Werft Rostock, der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft, der Meyer Werft Papenburg, der Nordseewerke Emden und der HDW Kiel unterzeichnet.
Die Betriebsräte unterstützen die Forderungen der IG Metall Küste nach einer industriepolitischen Perspektive für die Standorte Wismar und Rostock. Die Arbeitnehmervertreter sagten darüber hinaus ihre Unterstützung beim Kampf um die Zukunft der Standorte zu. „Landes- und Bundesregierung dürfen nicht tatenlos zusehen, wie der Schiffbau, die Kernindustrie in Mecklenburg-Vorpommern, stirbt", so Jutta Blankau, Bezirksleiterin der IG Metall Küste. „Daran werden wir die Politiker mit unseren Protesten bei der Landtagssitzung in Schwerin am 10. März erinnern", so die Gewerkschafterin.
An einer Unterschriftenaktion unter dem Motto „Rettet die Werft" haben sich inzwischen mehr als 15 400 Bürger beteiligt. Die Initiatoren, die IG Metall Rostock und die Betriebsräte, sehen darin ein klares Votum für die Verlängerung der Transfergesellschaft. „Landes- und Bundesregierung müssen sich darüber im Klaren sein, dass sie sich angesichts der überwältigenden Unterstützung immer weiter isolieren, wenn nicht bald der geforderte
Dialog für eine Zukunftslösung beginnt", erklärte Rüdiger Klein von der IG Metall Rostock. Der ehemalige Betriebsratsvorsitzende der Wadan-Werft in Rostock, Harald Ruschel, ergänzt: „Die Politiker können das Problem nicht einfach aussitzen. Wir wollen Antworten von denen, die uns im Juli 2009 den Schulterschluss im Kampf um die Werftstandorte angeboten haben."
Vor einer möglichen weiteren Staatsförderung für die existenzbedrohten Nordic-Werften haben die Landtagsfraktionen in Schwerin ein Bekenntnis von Eigentümer Vitaly Yusufov und Insolvenzverwalter Marc Odebrecht gefordert. Beide sollten eindeutig Position zu der Frage beziehen, ob sie noch an eine Perspektive für die seit Juni 2009 insolventen ehemaligen Wadan-Werften glaubten. „Und dieses Bekenntnis muss sich darin äußern, dass sie bereit sind, entsprechende Mittel einzusetzen", verlangen SPD-Fraktionschef Norbert Nieszery und SPD-Wirtschaftsexperte Jochen Schulte.
Es sei an der Zeit, dass sich der russische Investor und die Wadan-Insolvenzverwaltung zu den Chancen des Unternehmens äußerten. Es könne „nicht angehen, dass die Landesregierung eine Million nach der anderen in die Fortführung der Transfergesellschaften steckt, ohne dass sich Perspektiven abzeichnen", hieß es aus der SPD-Fraktion.