Ein Sechstel der Pipeline verlegt

Knapp drei Monate nach dem Baustart für die Ostsee-Gastrasse liegt bereits ein Sechstel der 1200 Kilometer langen Pipeline auf dem Meeresboden.

Vor dem schwedischen Gotland seien inzwischen fast 200 Kilometer Rohre verlegt worden, sagte der Sprecher des Investorenkonsortiums Nord Stream, Steffen Ebert. Damit sei das Projekt im Zeitplan. In den kommenden Tagen werde auch vor der deutschen Küste mit der Verlegung der Rohre begonnen. Das von einem italienischen Offshore-Dienstleister gecharterte, 113 Meter lange Spezialschiff „Castoro 10" wird seinen Einsatzort im Greifswalder Bodden diese Woche erreichen. Anders als im restlichen Teil der Ostsee soll die Leitung hier in den Meeresboden eingegraben werden.

In Sassnitz-Mukran wurden bereits die ersten 80 Rohre für den deutschen Trassenabschnitt auf ein Zubringerschiff verladen. Die Ostsee-Pipeline führt auf 82 Kilometern durch deutsche Gewässer. Ursprünglich sollte die Leitung nur auf 27 Kilometer Länge im ökologisch sensiblen und vergleichsweise flachen Greifswalder Bodden eingegraben werden.

Nach Klagen der Bundeswehr und des Betreibers zweier polnischer Ostseehäfen hatte Nord Stream seine Pläne geändert und die Verlegung im Meeresboden auf weiteren 20 Kilometern beantragt. Ein entsprechendes Planergänzungsverfahren läuft im Bergamt Stralsund. Wie ein Sprecher sagte, bemüht sich das Amt, den Antrag bis Ende August abzuarbeiten.

Die Pipeline soll laut Nord Stream Ende 2011 zunächst mit einer jährlichen Kapazität von etwa 27,5 Milliarden Kubikmetern in Betrieb genommen werden. Mit dem Bau eines zweiten Leitungsstrangs soll die Transportkapazität auf 55 Milliarden Kubikmeter pro Jahr verdoppelt werden. Dies sei genügend Erdgas, um 26 Millionen europäische Haushalte versorgen zu können, hieß es.

Westeuropäische Abnehmer versprechen sich von der neuen Gasleitung auch größere Versorgungssicherheit mit russischem Gas. Derzeit sorgt ein neuerlicher Streit zwischen Weißrussland und Russland dafür, dass der kontinuierliche Gasfluss durch wichtige Transitleitungen an Land gefährdet ist.

In Lubmin bei Greifswald hatten die Bauarbeiten Mitte Mai begonnen. Zunächst wurde ein etwa 500 Meter langer Spundwandgraben von der Anlandestelle aus in die Ostsee gebaut. Das Verlegeschiff soll nun rund 1000 Meter vor Lubmin ankern. Auf dem Schiff werden die einzelnen Rohrsegmente verschweißt und mit einer an Land stehenden Hochleistungszugwinde zunächst in Richtung Lubmin gezogen und im Graben versenkt.

Insgesamt werden für das Projekt 57 Schiffe vor der Küste Vorpommerns im Einsatz sein. Bis Ende Oktober sollen die 82 Kilometer langen Leitungsstränge durch das deutsche Küstenmeer verlegt werden. Bei den Vorarbeiten für die Ostsee-Pipeline sind Taucher auch auf mehrere Schiffswracks gestoßen, die aus der Trasse versetzt wurden.

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