Einigung über Öl-Pipeline
Der Irak und die Türkei wollen ihre Vereinbarung über die Öl-Pipeline von Kirkuk zum Mittelmeerhafen Ceyhan um zwölf Jahre verlängern. Der Sprecher des irakischen Öl-Ministeriums, Assem Dschihad, sagte am Donnerstag in Bagdad, eine Absichtserklärung sei nun vereinbart worden. Das endgültige Abkommen werde in der kommenden Woche unterzeichnet.
Die Verlängerung des 1985 geschlossenen Abkommens hätte ursprünglich bereits im vergangenen März besiegelt werden sollen. Doch Diskussionen über die Sicherheit der Pipeline und türkische Forderungen nach einer Mindestmenge hatten dies verzögert. Die Türken hatten nach Angaben von Branchenexperten gedroht, die Transitgebühren zu erhöhen, falls die Exportmenge unter ein bestimmtes Niveau fallen sollte.
Der türkische Hafen in Ceyhan ist nach dem südirakischen Hafen in Basra am Persischen Golf der wichtigste Exportweg für das Öl aus dem Irak. Die Pipeline, die von den Öl-Feldern der nordirakischen Stadt Kirkuk nach Ceyhan führt, hat eine Kapazität von knapp 1,6 Millionen Barrel (159 Liter) pro Tag. Aktuell fließen jedoch nur etwa 500 000 Barrel pro Tag durch diese Leitung. Das soll sich nach den geplanten Investitionen in die maroden irakischen Öl-Anlagen ändern. In den vergangenen Jahren war die knapp 1000 Kilometer lange Pipeline mehrfach Ziel von Sabotageakten radikaler Gruppen geworden, was zu größeren Ausfällen führte. Erst in der vergangenen Woche war der Export für fünf Tage unterbrochen worden.