Engere Ostsee-Verkehrsnetze
Abgeordnete aus mehreren Ostsee-Anrainerstaaten fordern von ihren Regierungen und der Europäischen Union mehr Anstrengungen beim Ausbau der Verkehrsnetze in Nordosteuropa. «Die Frage ist: Wie können wir Verbindungen optimieren und das Hinterland noch besser an die Häfen anbinden?», sagte der Wirtschaftsexperte der Schweriner SPD-Landtagsfraktion, Jochen Schulte, am Donnerstag. Bei der Fachtagung in Rostock sollte am Nachmittag eine «Arbeitsgruppe Maritime Politik» der Ostsee- Parlamentarier-Konferenz gegründet werden.
Mecklenburg-Vorpommern droht nach Ansicht der SPD-Landtagsfraktion im internationalen Ostsee-Verkehr abgehängt zu werden, falls Fähranbieter ihre Netze ausdünnen sollten.
Das Land entwickele sich zwar zu einer immer wichtigeren Drehscheibe in Nordosteuropa, so Schulte. Wenn aber etwa die Fährreederei Scandlines ihre derzeit ausgesetzte Route von Rostock ins lettische Ventspils nicht weiterführen sollte, müssten Transportunternehmen erhebliche Nachteile in Kauf nehmen.
«Die Geschäftsführung von Scandlines sucht ja angeblich ein neues Schiff für die Route. Richtig glauben kann ich das nicht», meinte Schulte. Die deutsch-dänische Reederei war in die Kritik geraten, weil sie nach dem beschlossenen Umzug großer Teile ihrer Verwaltung von Rostock ins schleswig-holsteinische Puttgarden ihre Rostock- Ventspils-Verbindung ausgesetzt und am Mittwoch eine neue zwischen Travemünde und Ventspils gestartet hatte. «Wichtig wäre, zumindest eine Dreiecks-Route von Travemünde über Rostock ins Baltikum zu haben, damit nicht alle Verkehre einen großen Umweg machen müssen», sagte der SPD-Politiker.
In den kommenden Monaten sollen die Vorschläge der Politiker in den nationalen Parlamenten konkretisiert werden.«Vor allem bei der Verkehrssicherheit für größere Schiffe gibt es Verbesserungsbedarf», erklärte Schulte. Im April kommen die Parlamentarier und Experten aus Deutschland, Lettland, Estland, Finnland, Schweden, Norwegen und der russischen Exklave Kaliningrad erneut in Brüssel zusammen. Für Juni ist eine weitere Tagung in Kopenhagen geplant.