Erster Erfolg gegen Ölpest
Nach fast vier Wochen im Kampf gegen die Ölpest vor der US-Küste gibt es sowohl einen Hoffnungsschimmer als auch eine Hiobsbotschaft: Einerseits ist es Experten des Ölkonzerns BP am Sonntag gelungen, einen Teil des ausströmenden Öls abzusaugen. Sie konnten eine Rohrvorrichtung in die defekte Steigleitung einführen und bisher rund 136 Tonnen Öl auf einen bereitgestellten Tanker abpumpen. Das sei ein „guter Fortschritt", sagte BP-Chef Doug Suttles. Nach seinen Angaben will BP die aufgefangene Ölmenge in den nächsten Tagen allmählich steigern. Allerdings dämpfte Suttles Erwartungen, dass das Leck rasch ganz geschlossen werden kann. Entsprechende Versuche würden erst Ende der Woche starten. Dabei soll das Leck zunächst mit einem Gemisch aus Schlamm und Geröll „beschossen" werden. Dann könnte es mit Zement versiegelt werden. US-amerikanische Behörden warnten ebenfalls vor verfrühter Euphorie: Die angewandte Technik stelle keine Lösung des Problems dar, und es sei noch unklar, wie erfolgreich sie sein könnte, hieß es in einer Erkärung des Heimatschutzministeriums.
Gleichzeitig gaben US-Wissenschaftler Alarm für die Tiefsee. Riesige Ölschwaden wurden unter der Wasseroberfläche entdeckt. Diese seien bis zu 16 Kilometer lang, sechs Kilometer breit und hätten eine Höhe von rund 100 Meter. Der Sauerstoffgehalt in der Nähe der Ölschwaden liege bereits rund 30 Prozent unter den Normalwerten, dies könnte sich zu einer Gefahr für Meerestiere auswachsen.