EU-Fangquoten sollen bleiben

Die Fangquoten für die Fischer in der Europäischen Union werden auch in Zukunft bleiben. Davon ist jedenfalls der Staatssekretär im deutschen Agrarministerium, Robert Kloos, überzeugt. «Es gibt eine breite Stimmung für die Beibehaltung der Quoten», sagte er gestern nach Beratungen der EU-Minister in Luxemburg.

In der Diskussion um die künftige Fischereipolitik forderte Deutschland gemeinsam mit Polen und Frankreich ein Festhalten an den Fangquoten. Die von der Kommission vorgeschlagene Regulierung mit Hilfe des «Fangaufwandes» - also beispielsweise durch Kontrolle der Zahl von Fangtagen oder der Größe von Schiffen - habe sich «nicht bewährt», heißt es in einem gemeinsamen Brief der drei Regierungen an die anderen Fischereiminister.

An den nationalen Fangquoten dürfe nicht gerüttelt werden. Sie müssten das «Hauptbewirtschaftungssystem» in der EU-Fischerei bleiben. Die drei Regierungen lehnten auch den von der EU-Kommission befürworteten Verkauf individueller Fangquoten ab, mit denen den Fischern der Ausstieg aus der Fischerei erleichtert wird: Die Fischereiressourcen seien «ein unveräußerliches öffentliches Gut».

«Wir wollen eine nachhaltige Fischerei und ein Quotensystem, das auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht», sagte die spanische Agrarministerin und Vorsitzende des Ministerrates, Elena Espinosa.

Über die Fangquoten wird erst gegen Jahresende entschieden. «Wir versuchen, einen anderen Weg hin zur Nachhaltigkeit zu finden», verteidigte die für Fischerei zuständige EU-Kommissarin Maria Damanaki ihren Vorschlag, vom System der Fangquoten abzugehen. Im Jahr 2022 werde ein Drittel der gesamten EU-Fischbestände zerstört sein, «wenn wir weiter so fischen wie bisher». Nur acht von 136 Fischarten hätten dann noch gesunde Bestände.

Kloos widersprach dem Vorschlag, den Fangaufwand statt die Fangmenge zu regulieren. «Wir wären sogar der Meinung, dass man auf die technischen Aufwandsregelungen verzichten könnte, wenn wir ein Quotensystem hätten, das einer effektiven Überwachung und Sanktion unterliegt», sagte er.

In dem Papier der Kommission heißt es, es gebe zwar «erste Anzeichen» einer Verbesserung bei den Fischbeständen im Atlantik, in Nord- und Ostsee. Dies sei jedoch noch keineswegs eine Entwarnung. Die langfristigen Pläne zum Schutz von Beständen müssten tatsächlich durchgesetzt werden. Über viele Fischarten gebe es keine ausreichenden Daten, doch dürfe daraus nicht geschlossen werden, dass diese Bestände nicht gefährdet seien.

Teilen
Drucken

Kundenservice

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie uns gerne.

Kundenservice

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie uns gerne.

Nach oben