EU-Operation soll Piraten am Strand bekämpfen
Im Kampf gegen somalische Piraten am Horn von Afrika sollen EU-Seestreitkräfte laut einem Zeitungsbericht künftig auch gegen Boote und Einrichtungen der Piraten am Strand vorgehen können.
Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Donnerstag) berichtet, hat das Politische und Sicherheitspolitische Komitee der EU vor Weihnachten den Kommandeur der EU-Operation "Atalanta" damit beauftragt, den Operationsplan und die Einsatzregeln entsprechend zu überarbeiten und zur Billigung vorzulegen. Außerdem sollten Trupps von Soldaten zur Sicherung von Schiffen des Welternährungsprogramms künftig autonomer agieren können. Bislang muss sich stets ein Kriegsschiff in der Nähe halten.
Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin bestätigte dem Blatt, dass sich das Komitee mit der Zerstörung von Piraterielogistik am Strand befasst habe. Der Auswärtige Dienst der EU sei gebeten worden, die Änderung mit der somalischen Übergangsregierung abzustimmen, die bereits Unterstützung für diese Option signalisiert habe.
Mit der Operation "Atalanta" will die EU die Piraterie am Horn von Afrika eindämmen. Der Flotteneinsatz soll die Seewege sichern, die für die humanitäre Versorgung der somalischen Bevölkerung durch das Welternährungsprogramm wichtig sind. Das überwachte Seegebiet umfasst eine Fläche, die etwa eineinhalb mal so groß ist wie das europäische Festland. "Atalanta" ist der erste europäische Flotteneinsatz dieser Art. Deutschland beteiligt sich mit zwei Fregatten und mit Seefernaufklärern. Die Mission wird von EU-Mitgliedsstaaten finanziert. In diesem Jahr stehen für die laufenden Kosten rund acht Millionen Euro bereit.