Fährreedereien profitieren von Flugverbot

Zahlreiche Fährreedereien profitieren vom Flugverbot in Europa.

Die Ostseefähren von Scandlines zum Beispiel sind in diesen Tagen so stark gefragt wie sonst nur im Hochsommer, so Sprecher Michael Speckenbach. Vor allem die Routen von Dänemark nach Deutschland seien stark frequentiert. Viele verhinderte Flugreisende aus Skandinavien stiegen auf Busse oder Pkw um und kämen mit den Fähren über die Ostsee nach Deutschland.

Speckenbach erklärte: „Wir haben zusätzliche Mitarbeiter für unsere Catering-Crew eingesetzt, um alle gestrandeten Flugpassagiere, die sich für unsere Fährdienste als Alternative entschieden haben, betreuen zu können." Die Restaurants und Läden an Bord der Fähren sind geöffnet. „Wir können uns alle nicht an einen derartigen unvorhersehbaren Anstieg des Verkehrsvolumens erinnern", sagte Speckenbach.

Die Fähren über den Kanal waren bereits am Sonntag zum Teil bis Mitte dieser Woche ausgebucht. Das Fährunternehmen P&O Ferries berichtete von etwa 1600 Anrufen mit Buchungsanfragen pro Stunde. Allein am Freitag habe man 6000 als Fußgänger angemeldete Passagiere über den Ärmelkanal gebracht; an einem regulären Freitag im April seien es 100 bis 200, teilte das Unternehmen mit. P&O verkehrt unter anderem zwischen englischen Häfen und Frankreich, Spanien und den Niederlanden. Von Dover aus wurden Sonderzüge eingesetzt, um den zusätzlichen Passagieren die Weiterreise zu ermöglichen. Am Samstagnachmittag war die Internetseite der Firma wegen zu vieler Anfragen zusammengebrochen. Auch die TT-Line berichtete von einem Ansturm auf ihre Ostseefähren.

„Gestrandete Reisende auf beiden Seiten der Ostsee drängen auf die ohnehin gut gebuchten Fähren und brachten kurzzeitig das Telefonnetz zum Kollaps", so Lars Ekelund, Buchungsleiter der TT-Line. Die Fährreederei gab kurzfristig sämtliche Nachtüberfahrten für Fuß-Passagiere frei – normalerweise werden nachts nur Lkw und Reisende mit Pkw befördert.

Sämtliche TT-Line-Schiffe auf den Strecken Travemünde – Trelleborg sowie
Rostock – Trelleborg waren nachts zeitweise so gut wie ausgebucht. Für die kommenden Tage hat die Reederei durch Kapazitätserweiterungen dafür gesorgt, dass möglichst viele Reisende von und nach Schweden mit ihren Fahrzeugen befördert werden können. In der Telefonzentrale gingen nicht nur Buchungsanfragen aus Norrland, dem nördlichsten Zipfel Schwedens ein, Ekelund berichtete auch von vielen Reisenden, die von Deutschland aus per Zug nach Skandinavien unterwegs waren und anfragten, wie sie die Abfahrtshäfen in Travemünde und Rostock erreichen sollten. Die Reisemöglichkeit für Fuß-Passagiere bleibt bei allen Nachtabfahrten auf TT-Line-Schiffen bis auf weiteres bestehen, so das Unternehmen. Es rät wegen der letzten noch freien Plätze kurzfristig bei der Buchungszentrale anzurufen.

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